Durchfahrtsverbotsleugnung: Mirko Kohl veranlasst auffälligere Beschilderung

Ab Beginn der Sommerferien wird in der Beinde und der Fährgasse wieder gebaut. Diesmal vom städtischen Abwasserbetrieb. Damit die Häuser dort durchgängig erreichbar sind, wird die Verkehrsführung in der 12monatigen Bauzeit mehrfach geändert. Das bedeutet, wie die letzte Bauphase der Stadtwerke gezeigt hat, dass die Versuchung den Ausweg durch die verbotene Durchfahrt zum Kornmarkt und in die Rossstrasse zu finden, erheblich steigen wird. Der heute erst seit genau einem Monat amtierende neue Ordnungsdezernent Mirko Helmut Kohl hat sich daher bereits Anfang Mai um eine Lösung bemüht.

Die Durchfahrtsverbotsbeschilderung ist jetzt noch augenfälliger.

Diese wird in verschiedenen Schritten realisiert. Der erste ist bereits gemacht: die Durchfahrtsverbotsschilder wurden durch solche ersetzt, die eine Nummer größer sind. Als zweites Element sind zwei Pfeile vorgesehen. Ein großer, der auf den Fahrbahnbelag aufgemalt wird und in Richtung Beinde weist. Und ein zusätzliches Schild mit dem weißen Linksabbiegerpfeil auf blauem Grund. Ergänzend wird vom Ordnungsamt geprüft, ob an Stelle der Durchfahrtverbotsschilder auch „Spardosen“ aufgehängt werden können. Also das Verkehrsschild „Einfahrt verboten“ (Zeichen 267).

Was die Abkürzer allerdings nicht abschreckt.

Das üblicherweise an der anderen Seite echter oder unechter Einbahnstrassen aufgestellt wird. Und bei den Autofahrer*Innen eine höhere Beachtungsquote erreicht. Zu klären ist hier die Rechtsfrage, ob die 267-Zeichen als Zusatzschild die Ausnahme für den Linienbusverkehr (erforderlich für den Citybus „Kurti“) erlauben. Unterstützt wird Kohl von seinem Stadtvorstandskollegen, Bürgermeister Thomas Blechschmidt. Der schilderte am vergangenen Donnerstag (28.5.2026) den Mitgliedern des Abwasser-Werksauschusses wortreich und eindrucksvoll seine eigenen Beobachtungen.

Im Minutentakt werden die Verbotsschilder missachtet.

Aus seinem Büro im neuen Rathaus hat Blechschmidt einen direkten Blick auf die Einmündung der Mühlenstrasse in die Mannheimer Strasse am Kornmarkt. Und hat bereits mehrere Gefährdungssituationen von Fußgänger*Innen und Radfahrer*Innen durch Durchfahrtsverbotsleugner mit eigenen Augen beobachtet. Der Bürgermeister wünscht sich mehr Polizeikontrollen, auch wenn er deren Durchführung bemängelt. Weil die Beamten und ihre Autos von Weitem zu sehen sind. Was aufmerksame potentielle Abkürzer zum Abbiegen in die Beinde motiviert.