Quellenhofbrücke: „Schrottler nehmen das Ding für ne Kiste Spezi mit“

Als Ergebnis der Beratungen in den Gremien der Stadt steht fest: die Quellenhofbrücke muss abgerissen werden. Eine Sanierung, dass haben die Fachgutachter wäre teurer, als ein Neubau. Und würde nicht dessen Nutzungsdauer erreichen. Die Nachricht, dass allein der Abriss (ohne Entsorgung pp) 680.000 Euro kosten soll, hat vielfältige Reaktionen ausgelöst. Die fast alle eines gemeinsam haben: sie kommen viele Jahre zu spät. Denn der schlechte Bauzustand der Quellenhofbrücke ist seit Jahren bekannt (tourismusbeitrag-so-nicht.de berichtete mehrfach). Trotzdem haben sich weder Einwohner*Innen noch Stadtratsfraktionen den Thema angenommen.

Die Quellenhofbrücke ist sicherlich die schönste der Stadt. Ihr Abriss ist allerdings nach Auskunft der Fachleute die wirtschaftlichste Lösung.

Dabei gibt die rheinland-pfälzische Gemeindeordnung den Bürger*Innen weitgehende Rechte. So darf jede(r) zu den Stadtratssitzungen kommen und unter Tagesordnungspunkt 1 „Einwohnerfragestunde“ drei Minuten lang seine Meinung zu einem Thema sagen. Von den rund 45.000 Berechtigten machen das im Schnitt 2 (in Worten: zwei) je Sitzung. Und dann ist das Recht verbrieft, zu den jährlichen Stadthaushalten eigene Vorschläge einzureichen. Davon haben in all den Jahren zusammen keine zwei Dutzend Menschen Gebrauch gemacht. Die Enttäuschung und Verärgerung über die Abrissnachricht ist trotzdem natürlich verständlich.

Zumal absehbar ist, das es in den kommenden Jahren keinen Ersatz geben wird. Weil die Stadt das Geld dafür schlicht nicht hat. Also Geld ist schon da. Aber es wird für andere Zwecke ausgegeben. Gerne dokumentieren wir für die Kommunalpolitiker das, was uns die Leser*Innen zum Thema Abriss Quellenhofbrücke geschrieben haben. Etwa Andrea B-W: „diese historische Hängebrücke prägt das Kurgebiet. Sie müsste originalgetreu wieder aufgebaut werden. Von Kreuznach bleibt nichts mehr übrig, wenn das so lieblos weitergeht. Die Stadt verliert gerade ihre Seele“. Gerd Felix Cremer benennt eines der Projekte, bei denen das Stadtgels ausgegebenw rude:

„Hätte man das SPD favorisierte Fahrradparkhaus der Heike Kaster-Meurer nicht, hätte man Geld für den Löwensteg und die Quellenhofbrücke“ (Anmerkung der Redaktion: der Löwensteg-Neubau ist finanziert. Was noch fehlt ist die Zustimmung der Bahn AG, ohne die über Bahnlinien nichts gebaut werden darf). Jürgen G. ärgert sich: „abreissen und nicht mehr aufbauen, das kann die Stadt Kreuznach. Aber Geld drucken haben sie noch nicht gelernt. Bankrott Kreuznach hat kein Geld. Macht als weitere Schulden. Überall sind Baustellen. Salinenstraße (Hotel), ein Schandfleck für Kreuznach. Löwensteg das gleiche Problem, Abreisen geht immer. Wahnsinn“.

Kai Pi: „das viele Altmetall sollte doch auch eine Stange Geld einbringen“ (Anmerkung der Redaktion: wenn es nicht – wie beim Löwensteg – belastet ist). H. Andreass: „krank…“. Andy S. merkt ironisch an: „vielleicht ist der Kauf von einem Brückenlegepanzer günstiger?“ Carmen E. bringt es auf den Punkt: „wenn alles vergammelt, bis zum geht nicht mehr, wird es halt letztendlich teuer“. Iris S.: „unfassbar. Die Welt ist verrückt. Wer soll das noch alles bezahlen?! Ach ja, natürlich wir“. Steffen T. sagt es kurz und fündig: „erbärmliche Lachnummer“.

Torsten Lammers fragt: „Alter, 680.000 Euro? Würde es billiger machen. wer macht sich denn da wieder die Taschen voll“. Martin Niemeyer ist sich fast sicher: „ein paar Altmetallsammler machen das für umme. Spaß beiseite. Die Nahe ist nicht tief. Zerschneiden und bergen in Stücken. Jesses, der Ochs wäre schon am Zetern“. Michi W. denkt in die selbe Richtung: „gibt doch sicherlich einen Schrottler, der das Ding für ne Kiste Spezi mitnimmt“. Thomas Tobias C. ist neugierig: „diesen Kostenvoranschlag würde ich mal gerne in Gänze sehen.

Solche Zahlen klingen, als wären sie gewürfelt, gerade wenn man sie mit aktuellen Ausschreibungen für den Abriss diverser Brücken vergleicht“ (Anmerkung der Redaktion: einfach mal einen Antrag nach dem Landestransparenzgesetz auf eine anonymisierte Fassung des Angebotes bei der Stadt stellen). Auch Jürgen G. hält den aufgerufenen Abriss-Preis für zu hoch: „was kann denn da so teuer sein, das würde mich mal interessieren?“ (Anmerkung der Redaktion: auch der Leiter des Tiefbauamtes hält die Forderung für unrealistisch. Aber andere Angebote gibt es bisher nicht).

Heidrun W. hofft: „die kann man reparieren für weniger Geld und sie bleibt so bestehen“. Auch Ute J. denkt an eine Sanierung: „kann man sie für das Geld nicht reparieren?“ Alexander M. fragt: „was würde die Sanierung kosten? Nachhaltigkeit und so …“. Andreas H. macht der Stadt ein großzügiges Angebot: „ich reiss sie für die Hälfte ab!“ Jürgen G. richtet seinen Blick zurück auf die vergangenen Jahrzehnte, in denen die Unterhaltung der Quellenhofbrücke nicht im notwendigen Umfang erfolgte: „denen gehört das Gehalt gekürzt. Und soviel Geld bezahlt, wie einem normalen Arbeiter, ca 1.800 Euro. Reicht vollkommen“.