Monatelang behinderte eine Baustelle der Stadtwerke Anwohner*Innen und Anlieger*Innen in der westlichen Innenstadt: Beinde, Fährgasse und Geisberger Gasse (die in der amtlichen Beschilderung Schildergasse heißt) wurden aufgerissen und waren zeitweise gesperrt. Vor 12 Tagen erfolgte dann die Freigabe dieser Strassen für den Verkehr. Irritiert waren einige Leser*Innen, weil die aufgerissenen Bereiche nicht wieder mit Verbundpflaster verschlossen wurden, sondern mit Asphalt. Ohne die Hintergründe dafür genau zu erklären, liefert eine Beschlussvorlage für den Werksausschuss des Abwasserbetriebes (BKSE) ergänzende Informationen.

Das Gremium tagt am Donnerstag dieser Woche (28.5.2026) um 17 Uhr öffentlich im Sitzungsraum der BKSE (An der Lindenmühle, unterhalb der Gensinger Strasse in der Naheaue). Für diese Sitzung gibt es nur ein einziges Thema: die Kanalerneuerung in der Beinde, der Fährgasse und der Geisbergergasse. Dies muss „wegen des baulichen Zustandes und der hydraulisch notwendigen Vergrößerung in offener Bauweise“ erfolgen. Die gerade erst freigebenen Strassen müssen also erneut gesperrt und aufgerissen werden. Die Stadtverwaltung schreibt dazu lapidar:

„Nachdem die Stadtwerke ihre Bauarbeiten abgeschlossen haben, erneuern wir nun das öffentliche Kanalsystem. Die Baumaßnahme soll in mehreren Abschnitten durchgeführt werden, damit die Betriebe und Geschäfte weiterhin angeliefert werden können. Wir haben für die Maßnahme eine Bauzeit von rund einem Jahr eingeplant“. Nicht erläutert wird in der Vorlage, wieso ein zeitgleicher Ausbau mit den Stadtwerken nicht möglich war und wie der auf rund 12 Monate gestreckte Ausbau konkret ablaufen soll. Also welche Strassenabschnitte von wann bis wann gesperrt sind.

Fest steht lediglich, wer den Zuschlag für das über 1,1 Millionen Euro teure Bauprojekt erhalten soll: „die Arbeiten wurden öffentlich ausgeschrieben. Insgesamt haben neun Firmen die Ausschreibungsunterlagen angefordert. Vier Firmen haben ein Angebot abgegeben. Die Mindestbieterin, Fa. Gerharz GmbH, Bad Kreuznach, soll den Zuschlag erhalten. Die Fa. Gerharz GmbH ist als leistungsfähig bekannt und hat schon viele Baumaßnahmen im Bereich des Abwassersammlungssystems für uns durchgeführt“.
