Trinkbrunnen auf dem Kornmarkt immer noch ausser Betrieb

Am gestrigen Pfingstsonntag war der bisher heißeste Tag des Jahres in der Innenstadt. Fast 30 Grad im Schatten wurden erreicht. Ein kühle Erfrischung hätte den Menschen gut getan. Um diese zu ermöglichen hatten die Stadtwerke vor mehr als sieben Jahren, kurz vor der Kommunalwahl, zwei Trinkbrunnen auf dem Kornmarkt installiert. Rund 15.000 Euro hat der Spaß gekostet. Großkotzig wurde die Maßnahme angekündigt. Mit Presseterminen und allem Pipapo. Die damalige Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer (SPD) beschrieb die Trinkbrunnen, aus denen Trinkwasser kostenlos sprudeln sollte, gar als Förderung hin zur Gesundheitserziehung von Kindern.

Außer Betrieb und äußerlich nicht schön anzuschauen.

Von denen sei ein Teil „überernährt“, führte die Ärztin an der Stadtspitze aus. Wozu auch zuckerhaltige Limonaden und Softdrinks beitrügen. Die kalorienfreie und gesunde Alternative ist „das gute Stadtwasser“, wie der frühere Stadtwerke-Geschäftsführer Christoph Nath es werbewirksam benannte. Richtig funktioniert hat das Angebot allerdings nur im Jahr 2019. 2020 und 2021 blieben die Trinkbrunnen ausgeschaltet. Wegen Corona. Eine krasse Fehleinschätzung, die die beteiligten Behörden bis heute nicht zugegeben haben. Denn bei der Vorstellung im Jahr 2019 war es gerade der Hygiene-Aspekt, der für die Trinkbrunnen als vorteilhaft herausgestellt wurde.

In den Folgejahren wurden die Betriebszeiten der Trinkbrunnen immer mehr verkürzt. Teilweise waren diese nicht einmal im Juli in Betrieb. Eine Ausrede, die auf Anfrage der tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion mitgeteilt wurde: Ersatzteilmangel. Wer sich das Innenleben der Trinkbrunen anschauen konnte, weiß: anderes als ein Pkw, der aus tausenden von Einzelteilen besteht (die für hunderte von Modellen innerhalb weniger Tage lieferbar sind), handelt es sich beim Innenleben der Trinkbrunnen um eine sehr übersichtliche Anzahl von Bauelementen.

Und ein verständiger Servicebetrieb hätte sich spätestens nach der ersten Panne jene Teile, die da stör- oder verschleißanfällig sind und auf die monatelang gewartet werden musste, auf Lager gelegt. Das geschah aber nicht. Und so sind die Trinkbrunnen nicht nach wie vor aktuell nicht in Betrieb. Wie bei hunderten anderen Geldverschwendungsmaßnahmen in Bad Kreuznach kümmert es keinen der Verantwortlichen. Weil weder Verwaltungsmitarbeitende noch ehrenamtliche Kommunalpolitiker*Innen in solchen Fällen auch nur einen Cent aus der eigenen Tasche aufbringen müssen. Und die Masse der Steuerzahler*Innen sich träge-faul aufs Jammern beschränkt: keine einzige Anfrage dazu in der Einwohnerfragestunde des Stadtrates.