Der Kornmarkt ist jetzt um ein paar Blätter und Pflanzen grüner. Und auch auf der Alten Nahebücke hat sich etwas getan (tourismusbeitrag-so-nicht.de berichtete mehrfach). Auf dem Kornmarkt hat die Stadt vier mobile Pflanzkübel, die mit rund drei Meter hohen Steineichen bepflanzt sind, aufgestellt. Die vollmundige Erklärung der Stadt lautet: die Bäume „sollen künftig für mehr Schatten sorgen, das Kleinklima verbessern und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt weiter erhöhen“. Tatsächlich leistet die zusätzliche Installation wegen der geringen Biomasse nur einen kleinen Beitrag. Aber auch der zählt.
Problematisch ist, wenn die zweifelsfrei gute Absicht in ihrer Wirkung überschätzt wird. Die vom Fachpersonal der Stadt ausgewählten Steineichen sind robust, immergrün, anpassungsfähig und wachsen langsam, was sie für Pflanzkübel besonders geeignet macht. Die Kübel wurden zudem mit Hängepflanzen bepflanzt, die farbige Akzente auf dem Platz setzen. Auf der Alten Nahebrücke wurden vier Sitzbänke mit Rankgestellen versehen und mit robusten Kletterpflanzen begrünt. Auch hier bläst die Mitteilung der Stadt die tatsächliche Wirkung übermäßig auf: demnach „schaffen sie dringend benötigten Schatten, verbessern das Kleinklima und erhöhen zugleich die Aufenthaltsqualität für alle, die dort verweilen“.
Wenn im kommenden Jahr maximal 0,01% der Brücken- und Kornmarktfläche beschattet werden, entspricht das der Wirkung eines einzigen Marktschirmes. Es handelt sich also tatsächlich lediglich um einen – sehr begrüßenswerten – optischen Effekt. Berücksichtigt man, dass die selbe Stadtverwaltung, die jetzt Mikrobeiträge in den Himmel lobt, auf der Wehrschanze (nur wenige hundert Meter von der Alten Nahebrücke entfernt) über 2.000 Quadratmeter Gebüsch und eine zweistellige Zahl von Bäumen abgeholzt hat, können die aktuellen Maßnahmen nicht ansatzweise auch nur als Wiedergutmachen eingeschätzt werden.

Die Rankgestelle aus Metall konnten schnell und kostengünstig ohne Tiefbauarbeiten montiert werden. Als Rank- und Kletterpflanzen wurden das „Immergrüne Geißblatt“ mit seinem buschigen und dichten Wuchs sowie die „Clematis Rubens“ ausgewählt, die mit ihren zahlreichen hellrosa Blüten vor allem im Mai und Juni als Blickfang wirkt. Die Stadt Bad Kreuznach bittet alle Bürgerinnen und Bürger, mit den neuen Gestellen und Pflanzen pfleglich umzugehen.

Und diese nicht zu beschädigen oder Pflanzen auszureißen, damit alle lange Freude an den grünen Sitzgelegenheiten haben. Die Maßnahme wird über das Förderprogramm KIPKI (Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Investition) finanziert und ist eines von insgesamt fünf Projekten zur Aufwertung öffentlicher Plätze und Grünflächen in Bad Kreuznach.
Quelle und Bilder: Stadtverwaltung Bad Kreuznach
