Jahrelang hatte die Stadtverwaltung zur Entlastung der Innenstadt vom Autoverkehr öffentlich dazu aufgerufen, die Pfingstwiese zum kostenlosen Parken zu nutzen. Um so größer war das Unverständnis in breiten Bevölkerungskreisen, vor allem aus dem Bad Kreuznacher Umland, als der Stadtrat am 27.5.2025 beschloss, den Festplatz ab dem 1.1.2026 parkgebührenpflichtig zu machen. Während ein entsprechender Beschluss für andere Wohnviertel, etwa im Kurgebiet, am 11.12.2025 noch einmal bestätigt und dann auch umgesetzt wurde, stand ab dem Jahresende auf der Pfingstwiese zwar ein Parkscheinautomat.

Dieser wurde ab nie in Betrieb genommen. Denn die Stadtschlauberger hatten „schon“ über drei Jahre nach der ersten Initiative für eine Parkgebührenerhebung auf der Pfingstwiese gemerkt, dass das wesentlich einfacher gesagt und beschlossen, als operativ umgesetzt ist. Am 3.12.2025 musste Oberbürgermeister Emanuel Letz (FDP) in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) zugeben: „uns war nicht bewusst, wie komplex die Pfingstwiese letztendlich ist. Das müssen wir noch mal neu beraten, wie wir das machen mit allen Protagonisten.

Weil, da gibt es so viele Faktoren, die man, als es beschlossen wurde, gar nicht so auf dem Schirm hatte, was man alles tatsächlich dort berücksichtigen muss“. Die städtische Gesellschaft für Beteiligungen und Parken in Bad Kreuznach mbH (BGK) GmbH hatte genau darauf allerdings bereits im November 2022 als Reaktion auf einen CDU-Antrag hingewiesen. Aber die Gier auf die Parkgebühr-Euronen zur Abdeckung des Millionendefizites der Bäderlandschaft (Bäderhaus, crucenia thermen, Salinenbad) war halt grösser.
Der im Dezember auf der Pfingstwiese im Zugangsbereich von der Landfuhrbrücke her aufgestellte Parkscheinautomat ist zwischenzeitlich wieder abgebaut. Auf Anfrage der tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion teilte die BGK GmbH mit, dass der Automat in der Baumstrasse einen neuen Stellplatz gefunden hat. Dort verkürzt er nun die Fußwege für die parkscheinziehenden Autofahrer*Innen: „Bewohner in diesem Gebiet haben den Standort angeregt, aufgrund der weiteren Entfernung zu den anderen Parkscheinautomaten. Diesem Bedarf kommen wir nach“.
