Abrüstung in der historischen Neustadt tut not: Wurfgeschosse liegen bereit

Der 1. Mai ist vorbei. Und es ist nichts passiert. Wenn überhaupt wird nur über ein paar Streiche der Maihexen gesprochen. Läge der Bad Kreuznacher Eiermarkt in Berlin, wäre dies ganz anders. Und unser Fotograf hätte dieses Bild nicht machen können. Denn zumindest in Neukölln, Kreuzberg und Bundeshauptstadt-Mitte wird in der letzten Aprilnacht nicht gehext, sondern randaliert. Dort wären die Steinhaufen, die unweit vom Michel-Mort-Denkmal seit Monaten bereitliegen, spätestens bei den alljährlichen Krawallen in der Nacht zum 1. Mai für Gewaltstraftaten eingesetzt worden.

Wie im Vergleich dazu friedlich Bad Kreuznach heute ist, kann man daran erkennen, dass die Steine zwar entdeckt wurden. Aber von spielenden Kindern. Die einige Exemplare auf dem Eiermarkt zurückgelassen haben, ohne damit Fensterscheiben zu zerstören. Aber ob das auf Dauer so bleibt? Vielleicht sollte die Stadtverwaltung doch eine Abrüstungsinitiative starten. Und die potentiellen Wurfgeschosse einsammeln lassen.

Denn zumindest in der Fantasie ist auch der Eiermarkt ein Ort der Gewalttätigkeit. Der Bad Kreuznacher Künstler Gernot Meyer-Grönhof, der sein Atelier in der Schuhgasse hat (nur einen Steinwurf weit entfernt vom spätmittelalterlichen Marktplatz) hat das schon vor über 35 Jahren erkannt. Und in einem seiner farbenprächtigsten Aquarelle die historische Schlacht bei Sprendlingen, in der Michel Mort Johann I. von Sponheim 1279 das Leben rettete, auf den Eiermarkt verlegt.