Die Lage der Stadtfinanzen ist offenbar noch wesentlich dramatischer, als das die Stadtverwaltung der Öffentlichkeit bisher mitgeteilt hat. Das wurde in der Sitzung des Finanzausschusses am gestrigen Montagabend (4.5.2026) deutlich. Zunächst kündigte Bürgermeister und Kämmerer Thomas Blechschmidt für den heutigen Dienstag den Erlass einer 15%igen Haushaltssperre an (siehe gesonderten Bericht in der heutigen Ausgabe).

Dann meldete sich Karl-Heinz Delaveaux (FWG-Fraktion) zu Wort und fragte arglos: „wie hoch sind wir denn jetzt bei den Kassenkrediten?“. Die waren von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) auf maximal 60 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2026 festgesetzt worden. Blechschmidt schaute daraufhin den Leiter der Stadtkämmerei, Thomas May, an. Der suchte die Zahl heraus und antwortete:
„57,6 Millionen am 31.3.2026. 59,8 steht in der Haushaltssatzung“. Da ging ein Raunen durch den Sitzungssaal. Denn damit ist klar: die Stadtfinanzen stehen schon in der ersten Jahreshälfte massiv unter Druck. Es droht die Notwendigkeit der Verabschiedung eines Nachtragshaushaltes noch vor der Sommerpause. So etwas hat es in Bad Kreuznach schon deutlich über 20 Jahre nicht mehr gegeben.
