Jugendamt sucht Pflegeeltern für Kinder in Not

Peter liebt den Apfelkuchen, den seine einstige Pflegemutter auch heute noch bei jedem Besuch für ihn backt. Er hat selbst eine Familie – Ehefrau und zwei Kinder – die er zu den Treffen auch meist mitbringt. Über zehn Jahre fand er als Kind und als Jugendlicher Schutz und Geborgenheit bei seiner Pflegefamilie. Zuvor erlebte er Gewalt, Alkoholismus und völlige Überforderung der Eltern in seiner Ursprungsfamilie.

„Platz, Zeit und Liebe“, das sind Geschenke, die Sie einem Kind in Not geben können“, sagt Anne Heil vom Pflegekinderdienst der Stadt Bad Kreuznach. Sie und ihre Kolleginnen Elisabeth Hausmann und Kelly Punstein werben unermüdlich um Pflegeeltern bzw. Personen, unabhängig von Familienstand oder Geschlecht. Der Bedarf ist groß. Doch zunehmend scheuen Menschen die verantwortungsvolle und „sinnstiftende Aufgabe“.

In den Beratungsgesprächen zeigt sich häufig, dass insbesondere die Frauen die Doppelbelastung Arbeit und Betreuung fürchten. Bei der Vermittlung eines Pflegekindes wird sehr behutsam vorgegangenen. In einer „Anbahnungsphase“ werden Pflegeltern und Kind miteinander vertraut gemacht und geprüft, ob die Chemie stimmt. Passen die Voraussetzungen, begleitet der Pflegekinderdienst die neue Familie in allen Lebenslagen.

In Krisen, bei Problemen: immer stehen die Fachfrauen des Stadtjugendamtes beratend und helfend zur Seite. Z.B. bei der Suche nach einen Kitaplatz, um das Fortsetzen einer Berufstätigkeit zu ermöglichen. Auch gibt es eine finanzielle Leistung sowie zusätzliche Beihilfen und elterngeldähnliche Zusatzleistungen. Wer sich eine Vollzeitpflege/Dauerpflege erst einmal nicht zutraut, kann sich auch für eine Bereitschaftspflege entscheiden, die dann notwendig ist wenn ein Kind kurzfristig aus einer Familie herausgenommen werden muss.

Und sich nach Wochen oder Monaten entscheidet, wo das Kind künftig leben soll. Des Weiteren gibt es noch die Verwandtenpflege, bei der z.B. Großeltern oder Geschwister der leiblichen Eltern das Pflegekind in ihrem Haushalt aufnehmen. Weitere Infos gibt es bei anne.heil@bad-kreuznach.de, auch (0671) 800 291, elisabeth.hausmann@bad-kreuznach.de, auch (0671) 800 295 und kelly.punstein@bad-kreuznach.de, auch (0671) 800 186.

Quelle: Stadtverwaltung Bad Kreuznach