Die vorletzte Sitzung des städtischen Landwirtschaftsausschusses fand am 2.9.2021 statt. Die letzte am 13.4.2023. Also vor über drei Jahren. Werner Lorenz (FDP) hat diesen Missstand in den vergangenen Jahren wiederholt angesprochen. Emanuel Letz hatte die nicht stattgefundenen Sitzungen mehrfach mit den Personalproblemen der Stadt vor allem in der Tiefbauabteilung erklärt. An denen hat sich zwar wesentlich nichts geändert. Trotzdem fand am gestrigen Dienstag (28.4.2026) eine Sitzung des Landwirtschaftsausschusses statt.

Unter der Leitung des Oberbürgermeisters, der reichlich Personal mitbrachte: eine Auszubildende, einen Protokollführer und drei sachkundige Bauamtsmitarbeiter. Die durften miterleben, wie Werner Lorenz das lange Warten auf die Sitzung als „Nichtwertschätzung der Landwirte und Winzer, die so sträflich behandelt wurden“, kritisierte. Der aktuelle Leiter des Tiefbauamtes, Hans Sifft, zeigte Verständnis für die Verärgerung der Betroffenen, „die sich vernachlässigt fühlen, weil lange nichts passiert ist“.
Sifft konkretisierte die Personalprobleme mit dem Hinweis auf das Fehlen von vier Ingenieuren, deren Arbeit das übrige Personal mitzuerledigen hatte. Daher hätten Prioritäten gesetzt werden müssen. Zum Verfahren merkte Sifft verwaltungs-selbstkritisch an, dass die Reihenfolge (erst eine Ausschusssitzung, dann eine Rundfahrt zu den Problemstellen) falsch sei. „Der richtig Weg wäre gewesen, die Fahrt vor der Sitzung zu machen“. Eine entsprechende Forderung hatten Werner Lorenz und andere Ausschussmitglieder.
Dazu wird es nicht erst im kommenden Jahr kommen. Sondern schon in diesem. Denn spätestens Ende Mai / Anfang Juni findet die Rundfahrt statt. Und schnellstmöglich danach eine weitere Ausschusssitzung, in der festgelegt wird, welche Maßnahmen im Bereich der Pflege der Wirtschaftswege in diesem Jahr noch erfolgen. Dafür stehen im Stadthaushalt 2026 nur rund 70.000 Euro zur Verfügung. Eine Summe, die gerade mal für die Sanierung der Schwarzdecke von 400 Metern reicht (weiterer Bericht folgt).
