Leserbrief des
Peter Engel
Bei der Durchsicht der Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung am 30.4.2026 bin ich im Rats- und Bürgerinformationssystem der Stadt Bad Kreuznach über einen seltsamen Punkt 5 gestolpert. Unser Oberbürgermeister ist der Meinung, dass er zu wenig verdient. Eine Besoldung (B 5) i. H. v. 10.663,37 Euro (brutto) scheint ihm nicht mehr ausreichend zu sein, deswegen möchte er vom Stadtrat eine Höherstufung auf Besoldung (B 6) i. H. v. 11.250,90 Euro (brutto). Grundsätzlich gönne ich jedem eine adäquate Entlohnung.

Aber in Zeiten, in denen die Stadtkasse leer ist (5 Millionen Gewerbesteuereinnahmen unter Soll sind scheinbar noch nicht schlimm genug), die Bürgerinnen und Bürger der Stadt andauernd stärker zur Kasse gebeten werden, beispielsweise die exorbitanten Parkgebühren, „vergessenes“ Anwohnerparken im Kurgebiet, Versagen bei der Schulstraße etc. ist es ein fatales Zeichen, dass sich grade die hauptverantwortliche Person für diesen Sachverhalte, eine Gehaltserhöhung gönnen möchte.
Demut und ein gesunder Bezug zur Realität sind vielen führenden Politikern abhandengekommen. Damit passt unser Oberbürgermeister Emanuel Letz hervorragend zu den Landes- und Bundespolitikern, welche auch den Bezug zur Realität verloren haben und sich selbst, zu Lasten der Steuerzahler, die Taschen füllen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sollten in der Stadtratssitzung am 30.4.2026 sehr genau hinschauen, welche Stadträte dort für die Umgruppierung stimmen und welche dagegen.
Vielleicht zeigt unser Oberbürgermeister auch Größe und verzichtet (wie es vor Jahren der am 30.4.2026 ausscheidende Beigeordnete Markus Schlosser vorgemacht hat). Den Bad Kreuznacher Stadträten sollte klar sein, dass eine Stimme für diese Höhergruppierung ein Schlag ins Gesicht eines jeden Steuerzahlers der Stadt ist und sich die Wählerinnen und Wähler dies hoffentlich merken.
