Fakten und Kommentare zum Spaziergang über die B 428

Zunächst ein paar Fakten, die selbst viele heutige Kommunalpolitiker*Innen nicht kennen. Der Ende 2025 realisierte vierstreifige Ausbau der B 428 zwischen den Kreiseln Bosenheimer und Mainzer Strasse wurde schon vor Jahrzehnten geplant. Verhinderer war in all diesen Jahren das schmale, nur zweistreifige Bahnviadukt. Hier war die Deutsche Bahn AG der Hemmschuh. Erst dessen Aufweitung auf vier Fahrspuren vor rund drei Jahren machte den Ausbau der Bundesstrasse möglich.

In den wenigen Monaten nach dem 4streifigen Ausbau wurde bereits ein breiter Trampelpfad angelegt.

Das Problem einer fehlenden Querung für Fußgänger- und Fahrradfahrer*Innen im jetzt neu vierstreifigen Abschnitt war den Verantwortlichen mindestens in den vergangenen 20 Jahren bekannt. Zuständig dafür war und ist nicht der Landesbetrieb Mobilität (LBM), sondern die Stadt Bad Kreuznach. Deren Verantwortliche haben sich um das Thema all diese Jahre herumgedrückt. Im November 2023, rechtzeitig bevor der LBM den Ausbau startete, griff die CDU-Stadtratsfraktion das Thema auf.

Mit einem Antrag für die Stadtratssitzung am 30.11.2023. Darin wurde die klare Forderung formuliert: Bau einer „Unterführung für Fußgänger und Radfahrer“. Passiert ist … nichts. Die dort jetzt fehlende, wünschenswerte sichere Querungsmöglichkeit ist also ein von der Stadtratsmehrheit und der Stadtverwaltung zu verantwortendes Thema. Den schon damals gemachten Vorschlag zum Bau von Zäunen beidseits der neugestalteten Strasse zur Verhinderung von Querungen hat die Stadtverwaltung abgelehnt.

In der Begründung wies Oberbürgermeister Letz darauf hin, dass die Einmündung der Strasse Am Grenzgraben in die Bundesstrasse nicht verschlossen werden könne. Eine Mittelleitplanke, die ebenfalls querungsabschreckend und U-Turn-verhindernd wirken würde, hat der LBM vorläufig abgelehnt. Hier ist das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen. Die Berichterstattung von tourismusbeitrag-so-nicht.de über die Querung durch eine jüngere Frau, hat auf unserer gleichnamigen Facebook-Seite eine lebhafte Diskussion ausgelöst.

Aus den mehreren Dutzend Kommentaren haben wir nachstehende ausgewählt und dokumentieren sie auch hier. Für den Fall, dass es irgend wann einmal Verantwortungsträger*Innen gibt, die sich tatsächlich für die Sichtweise ihrer Mitmenschen interessieren. Und das dann nachlesen. Der erste Kommentar stammt von Axel Hill. Der ist als Bad Sobernheimer Kommunalpolitiker Kummer gewohnt. Und merkt daher ironisch an: „man sollte die Geschwindigkeit auf 30 km/h herabsetzen.

Und einen oder zwei Zebrastreifen anlegen“. Trotz unserer Warnung „schreib sowas bitte nicht – die in der Stadt nehmen das am Ende noch ernst …“, stießen gleich mehrere Leser*Innen ins selbe Horn. Sabine M. führte aus: „ich bin für ne Fußgängerzone“. Hartmut H. ergänzte: „Axel Hill, nein das ist definitiv zu schnell da! Angebracht wären 20 km/h“. Auch von Elke G. gabs Unterstützung für den Hill-Vorschlag: „mein erster Gedanke“. Sille E. ergänzte: „vielleicht zur Verkehrsberuhigung auf halber Strecke noch nen Kreisverkehr.“

Eine Überlegung, die auch Deniz E. hatte: „Axel Hill: oder einfach noch einen Kreisel zwischen Burger King und der Discothek“. Wobei Deniz mit dem Zusatz, „am besten ein Kreisel mit Ampel“, noch einen draufsetzt. Lediglich Carmen E. merkt bezogen auf Axel Hill ganz sachlich an: „dafür brauche ich keine 4-spurige Bundesstraße mit teurem Ausbau, nur dass die Fußgänger und die Döner-, Burger- und VIVA-Generation zufrieden sind. Die Steuerzahler werden hier zur Kasse gebeten und nicht die Fußgänger“.

Corina W. meint: „unfassbar! Hat ein Autofahrer mal gehupt, damit die Frau wach wird und merkt, dass sie sich auf einer Bundesstraße befindet? Demnächst spazieren diese Menschen auch auf der Autobahn rum, mit ihrem Einkaufswägelchen“. Carmen E. stellt dazu – sicher nicht ganz ernst gemeint – klar: „ich werde bei solchen Menschen mal nicht abbremsen oder anhalten“. Daniela S. hat Verständnis für die Fussgängerin: „ganz ehrlich: zu glauben, dass die Leute mal eben auf Höhe Lidl runtertraben, da über die Brücke und dann wieder hoch, war ja auch ein bissel widersinnig, ne?“

Rene S. vertritt die Bestimmungen der StVO: „wer hat da eigentlich das Sagen? Das ist doch ist doch ne Bundesstraße. Ich bin erstaunt, dass das Problem beim Ausbau nicht gelöst wurde, denn die das bestand ja vorher schon“. Die Antwort liefert ihm Thomas J. S.: „Rene Spira, für solche Lösungen ist kein Geld da …“. Matthias B. präsentiert einen – nicht ganz ernst gemeinten – Lösungsvorschlag: „irgendwo ist doch noch die alte Drück-Ampel vom LIDL. Da kann die Stadt noch sparen“.

Patricia S. vertritt den vom OB abgelehnten Ansatz: „dadurch, dass viele zu Fuß, auch mit dem Rad, die Straße überqueren oder die Autos einfach drehen, sollte eine Leitplanke und Zäune aufgestellt werden“. Dafür plädiert auch Corina W.: „einfach einen Zaun über die gesamte Länge errichten, über den man nicht steigen oder klettern kann“. Stefanie Maleen F. bereichert die Diskussion mit einer persönlichen Erfahrung: „gestern Abend so gegen 22 Uhr war ich auf dem Heimweg nach Bosenheim.

Der grosse Kreisel wird so gestört auf der Bundesstrasse umrundet, in dem man einfach ne 180 Grad Drehung macht. Heute morgen vom Bauhauskreisel kommend einfach nach links Richtung REWE quer über alle Fahrbahnen abgebogen …“. Auch Sebastian S. hat eine Querung erlebt: „ist nicht die einzige. Gestern eine Mutter mit zwei kleinen Kindern. Sorry, aber wie kann man so ein tolles Vorbild sein?“ Christine W. hat folgendes erlebt: „geht noch besser. Mann hält Auto an. Fahrerwechsel, da der Mann auf den Flohmarkt gehen möchte. So passiert auf der B 428 vor Kurzem“.

Nicki J. erinnert an die Verantwortung der Verwaltung: „die Planung rund um diesen Kreisel und die angrenzenden Straßen haben wirklich Entwicklungsbedarf. Kreuznachs Verkehr muss umstrukturiert werden. Wir sind nicht mehr in den 90ern. Die Lösungen waren sicherlich teuer, aber die wirklich große positive Veränderung blieb meiner Meinung nach aus. Schade“. Ähnlich argumentiert Gerd R.: „bei der Planung mal wieder nicht mitgedacht!“ Werner R. fügt an: „einfach nicht bedarfsgerecht gelöst“.

Auf unsere einleitenden Worte nimmt Dagmar R. Bezug: „nur eine Frage der Zeit? Dann ist es eben so. Sind alle erwachsen, die da drüberlaufen. Die müssen wissen, was sie machen. Und als Autofahrer muss man immer aufpassen und für solche Idioten bereit sein zu bremsen. Die kerzengerade Straße ist ja ziemlich übersichtlich“. Christian F. wird deutlich: „seht es doch mal so, ein wenig natürliche Auslese stärkt den Genpool“. Sylvain P. wirft die Frage auf: „warum überquerte das Huhn die Straße?“

Andreas H. erinnert an die versäumte Lösung: „Tja, wo soll man da sonst rüber!? Selbst schon erlebt. Gibt keine Möglichkeit. Da geht man eben über die Straße. Da hätte man eine Unterführung mit einplanen können. Grade dann wenn man weiß, dass man dort REWE und Co ansiedeln wird“. Petra Rosemarie F. kennt eine weitere Querer-Motivation: „wenn nachts die Discogänger der Hunger plagt“. Und wird von RuBy K. ergänzt: „das ist auch für viele der Heimweg zu Fuss nach der Disco … Irgendwie nicht gut geplant“.

Gerd Modes, der in wenigen Tagen für Mirko Helmut Kohl in den Stadtrat nachrückt (CDU), trifft eine klare Feststellung: „gar nix muss man da machen. Keiner hat mit einem Fahrrad auf der Autobahn rum zu gurken, keiner hat mit einem Auto durch die Fussgängerzone zu fahren und genauso hat da keiner rum zu latschen. Stefan V. weist darauf hin: „in vielen Ländern der Welt geht es viel entspannter zu als hier“. Beate Ha weiss warum: „vielleicht macht es die Strassenverkehrsordnung. Die gibt’s in anderen Ländern so nicht“.