Der alltägliche Wahnsinn in Verkehrskreiseln

Statistisch ist das längst bewiesen und dokumentiert: Verkehrskreisel wickeln den Strassenverkehr schneller und sicherer ab, als jede andere Lösung. Insbesondere Ampeln kosten, bei höherer Umweltbelastung und Kosten, mehr Zeit. Und die Unfälle durch Rotlichtverstöße stellen hinsichtlich der Schadenumfänge jene in Kreiseln weit in den Schatten. Allerdings: für die Masse der eher einfach strukturierten Zeitgenossen sind Ampeln leichter zu verstehen. Es ist nur auf eine Stelle zu starren.

Und drei Farben zu unterscheiden. Das bekommen auch Personen, die den Unterschied zwischen Bier, Wein und Schnaps gerade so erkennen, einigermaßen hin. Verkehrskreisel vorschriftsmäßig zu befahren, stellt höhere Anforderungen. So muss etwa – zwar nur leicht, aber immerhin – der Kopf nach links bewegt werden, um die im Kreisverkehr bereits befindlichen Verkehrsteilnehmer*Innen wahrzunehmen. Und dann muss die Person am Steuer, das ist vermutlich die schwerste Herausforderung, eigenverantwortlich entscheiden.

Und zwar wann sie los- bzw einfährt. Derart schwere Aufgaben nehmen Ampelanlagen den einfach Strukturierten ab. Daher hat die Technik bei dieser Personengruppe eine hohe Akzeptanz. Geführt und gelenkt, das wird ja auch in der Politik deutlich, fühlt sich dieser namhafte Teil der Bevölkerung einfach wohler. In einer Szene der Hollywood-Blockbuster-Trilogie Matrix wird das sehr schön erklärt. Von einem Menschen, der seine Freunde verrät, um sich wieder von Maschinen versorgen zu lassen.

Und für solche Lebewesen ist das sicher auch eine gute Entscheidung. Sie werden dann nämlich anderen nicht zur Last. Anders als jener Kleinwagenfahrer, der den Behelfskreisel auf der B 428 am Freitagnachmittag vergangener Woche (24.4.2026) so nutzte: vom Kreisel Bosenheimer Strasse kommend blieb er zunächst vor der Zufahrt stehen. Mit gesetztem linken Blinker. Obwohl alle Kraftfahrzeuge im Gegenverkehr, sowohl jene aus dem Grenzgraben als auch jene aus Richtung Bosenheim, bergab fuhren.

Was mehrere Fahrzeugführer in den Fahrzeugen, die hinter dem „Kreiselspezialisten“ warten mussten, zum Hupen veranlasste. Sehr vorsichtig rollte der Kleinwagenfahrer daraufhin in den Kreisel hinein. Weiterhin nach links blinkend. Offensichtlich mit dem Fahrziel Grenzgraben. Er blieb dann allerdings in Höhe der Ausfahrt Richtung Bosenheim stehen. Um alle Fahrzeuge, die aus Richtung Bosenheim kamen, vorzulassen. Wieder wurde mehrfach gehupt.

Aber nervenstark wartete der Kleinwagenfahrer allen Ernstes mitten im Kreisel stehend ab, bis die Strecke vollkommen frei war. Um  dann loszufahren. Und dann gibt es Leute die fragen, wieso es zu so vielen Autounfällen kommt (siehe den nachstehend verlinkten Bericht über den U-Turn über die vierstreife B 428 vor ein paar Tagen). Dabei ist der Grund doch offensichtlich: weil jeder Depp in diesem Land einen Führerschein bekommt. Wie auch immer.