Nicht nur Strassen und Brücken in der Stadt weisen einen erheblichen Sanierungs- und Instandsetzungsstau auf. Auch eine Vielzahl öffentlicher Gebäude wurde lange Zeit vernachlässigt. Dazu zählt die Urnen-Kapelle auf den Bad Kreuznacher Hauptfriedhof (südlich des Verwaltungsgebäudes). Dort liegen im oberen Gewölbe Putzschäden vor. Deren Beseitigung wird rund 17.000 Euro kosten. Das Geld müsste eigentlich über die Friedhofsgebühren wieder reingeholt werden.

Diese reichen allerdings schon seit Jahren nicht aus, um die Kosten zu decken. Die jährlich sechsstellige Differenz wird aus dem Stadthaushalt gedeckt – bisher unbeanstandet von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Zum Vorteil derer, die auf einem der Friedhöfe der Stadt bestattet werden. Denn die zahlen weniger, als von den einschlägigen rechtlichen Vorschriften bestimmt.
Aber auch die Stadtkasse ist leer. In dieser Lage schlägt Bürgermeister und Kämmerer Thomas Blechschmidt vor, eine andere Geldquelle zu nutzen: die Spende der ehemaligen Kauzenburg-Stiftung. Deren Auflage ist die Verwendung des Geldes ausschließlich für die „Sanierung von baulichen Kulturdenkmälern der Stadt“. Das passt. Denn den die Urnen-Kapelle steht unter Denkmalschutz.
Die Erläuterungen der Stadtverwaltung zur Sanierung der Urnen-Kapelle und zu deren Finanzierung (Drucksachennummer 26/390):
In der auf dem städtischen Hauptfriedhof befindlichen Urnen-Kapelle liegen im oberen Gewölbe Putzschäden vor. Ursächlich hierfür ist die generelle bauliche Beschaffenheit der Kapelle (hohe Wände, ungedämmtes Dach, kühle Sandsteinwände, Fenster nicht zu öffnen, Kondensat Bildung). Dies führt insbesondere im oberen Gewölbe zu Putz- und Farbabplatzungen. Um eine Verschlechterung des Zustands zu vermeiden und um eine fachgerechte Sanierung herzustellen, soll die Bestandsfarbe entfernt werden, lose Teile des Putzes sollen abgeklopft und der Putzgrund ausgebessert werden.
Sodann soll eine geeignete Grundierung und anschließend ein offenporiger Deckstrich aufgebracht werden. Im Rahmen der freihändigen Vergabe des Auftrags wurden vier Firmen um die Abgabe eines Angebotes gebeten. Nur zwei Firmen gaben letztlich ein Angebot ab. Das wirtschaftlichste Angebot wurde von der Firma Andreas Sturm Malermeister, Dienheimer Berg 46 in 55545 Bad Kreuznach abgegeben. Das Angebot beläuft sich auf 17.364,48 € brutto. Die Unterlagen wurden dem Rechnungsprüfungsamt bereits vorgelegt.
Auch die Denkmalschutzbehörde ist in die Maßnahme mit eingebunden. Da die Kapelle unter Denkmalschutz steht wird beabsichtigt, die Maßnahme aus dem Vermögen der ehemaligen Kauzenburg-Stiftung zu begleichen. Das Vermögen der ehern. Kauzenburg-Stiftung, Bad Kreuznach, ist in zwei Raten am 20.8. und am 9.9.2025 in Höhe von insgesamt 467.998 Euro an die Stadt Bad Kreuznach geflossen und wurde zwischenzeitlich für Laufzeiten bis zum 10.3.2026 (217.998 Euro) und 10.6.2026 (250.000 Euro) als Festgeld zu Zinssätzen von 1,99 % p.a. und 2,05 % p.a. am Kapitalmarkt angelegt.
Die Stadt Bad Kreuznach hat sich in der vom Stadtrat am 27.3.2025 beschlossenen Zuwendungsvereinbarung den Liquidatoren sowie dem (ehern.) Verwaltungsrat der Stiftung (i.L.) gegenüber verpflichtet, „das erhaltene Kapitalvermögen in voller Höhe für die Sanierung von baulichen Kulturdenkmälern der Stadt Bad Kreuznach zu verwenden“. Wir bitten daher den Finanzausschuss um Zustimmung zur o.g. Vorgehensweise und zur Finanzierung der Maßnahme aus dem Stiftungsvermögen“.
