Faust in Bad Kreuznach: Magie, Musik und ein feuriger Engel

Nach langer Zeit ist es wieder einmal so weit: Bad Kreuznach erinnert sich an eine seiner berühmtesten und schillerndsten Persönlichkeiten: Magister Johann Georg Faust.
Zwar hat er hier in Kreuznach 1507 nur einige Monate gelebt. Und vielleicht an der Klosterschule des Karmeliterklosters am Eiermarkt unterrichtet. So berichtet es jedenfalls der Sponheimer Abt Johannes Trithemius. Damit ist Bad Kreuznach immerhin einer der wenigen Orte, in denen sich ein „Wundermann“, der diesen Namen trug, nachweislich aufgehalten hat.

Zwar gibt es in Bad Kreuznach seit über 100 Jahren ein „Faust-Haus“ (Magister-Faust-Gasse 47). Das nach einer umfassenden Sanierung seit fünf Jahren auch eine Weinstube ist. Aber dort findet die faustbezogene „Magische Weinprobe“ nicht statt.

Faust trat als Astrologe, Wunderheiler, Alchemist, Wahrsager und sonstiger Magiekundiger auf. Die dunklen Künste brachten ihm den üblen Ruf ein, mit dem Teufel im Bund zu sein.
Sein Leben gab vielen Autoren und anderen Künstlern eine spannende Vorlage, von denen Goethes Faust lediglich die bekannteste und einflussreichste ist. Auch der Kreuznacher Literat und Maler Friedrich Müller hat mit einer groß angelegten Dramatisierung einen Beitrag zum Faust-Literatur geleistet.

Mit drei Veranstaltungen widmet sich die Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH in Kooperation mit dem Pianisten Thomas J. Scheike der Faust-Tradition. Als Einführungsveranstaltung wird am Samstag dieser Woche (11.4.2026) um 17 Uhr eine „Magische Weinprobe“ im Ristorante La Perla stattfinden, in der Dr. Michael Vesper über die „Schwarze Kunst“, die Magie, referieren wird. Zu jedem einzelnen Weingang wird ein kleines Musikstück präsentiert, welches mit dem Fauststoff in Verbindung steht.

Ausführende sind: Brigitte Schweizer, Alt (Zürich), Thomas J. Scheike, Klavier und der Chor des MGV Liedertafel. Goethes Fauststoff hat auch den Komponisten Sergej Rachmaninow inspiriert, der seine erste Klaviersonate d-Moll op.28, die er 1907 in Baden Baden komponierte, als programmatische Faust – Sonate gestaltete. Der Pianist Thomas J. Scheike wird dieses Werk am 12. April um 17 Uhr im Haus des Gastes vortragen.

Als Gegenstück steht im zweiten Teil der erste Akt des Balletts „Der Doktor Faust“ nach einem Libretto von Heinrich Heine auf dem Programm, das Scheike 1985 für das damalige Brunnenfest hier in Kreuznach komponiert und aufgeführt hat. Als dritte und letzte Veranstaltung wird am 3. Mai 2026 um 17 Uhr, wiederum im Haus des Gastes, eine musikalisch-literarische Veranstaltung „Der feurige Engel“ stattfinden.

Unter diesem Titel erschien 1908 ein Roman von Walerij Brjussow, das als ein Hauptwerk des Symbolismus gilt. Sergej Prokofiev hat seine gleichnamige Oper, an der er 1920 bis 1928 arbeitete, auf diesem Roman aufgebaut und kurz darauf seine 3. Symphonie als eine Art nachträgliche konzertante Schauspielmusik verfasst. Diese drei Werke geben die Grundlage zu diesem Abend. Ausführende sind Brigitte Schweizer, Alt und Sprecherin, und Thomas J. Scheike, Klavier und Sprecher.

Anmeldung zur Weinprobe: Pizzeria La Perla (Badeallee 4), (0671) 920 818 46, info@laperla-badkreuznach.de, Eintritt frei. Tickets für den Klavierabend „Faust“ mit Thomas Scheike kosten 20 € (ermäßigt mit Gästekarte 17 €), zu erwerben bei www.ticket-regional.de und der Tourist-Information im Haus des Gastes (Kurhausstraße 22-24). Tickets für die „musikalisch-literarische Soirée“ „Der feurige Engel“ kosten 20 € (ermäßigt mit Gästekarte 15 €) und es gibt sie bei www.ticket-regional.de und der Tourist-Information im Haus des Gastes.

Quelle: Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH (GuT)