Die Kirschsteinanlage bietet einen im Stadtgebiet einmalig großflächigen und sicheren Zugang ins Nahebett: eine viele Meter breite Steintreppe, die flussabwärts der Einmündung des Mühlenteiches bis ins Wasser führt. Im Sommer wird die große Wiese mit den vielen schattenspendenden Bäume der Grünfläche zwischen Wilhelmstrasse und Thress’scher Mühle gern zum Ausspannen mitten in der Stadt genutzt. Aber auch derzeit ist die Kirschsteinanlage gut besucht.

Denn noch früher als in den Vorjahren zeigt sie sich seit Ostern in weißer Pracht. Hunderttausende von Kirschblüten setzen einen einzigartigen optischen Effekt, der von der Ellerbachmündung im Bereich Magister-Faust-Gasse aus besonders gut zu bewundern ist. Weil es viele noch nicht wissen: den Namen hat die Kirschsteinanlage nicht wegen der Zierkirschen. Vielmehr erfolgte die Namensgebung und die Pflanzung der Bäume, um einen früheren Bürgermeister (damals hatte Bad Kreuznach keinen OB) zu ehren:

Rudolf Kirschstein. Dieser amtierte von 1897 bis 1909. Und weil er so beliebt war, wurde er von 1914 bis 1916 noch einmal ins Amt zurückgeholt. In seiner ersten Amtszeit wurde u.a. die Wilhelmbrücke errichtet. Einer über 120 Jahre alten Anekdote nach wurde der kleine der beiden Brückentürme auf der Westseite (vis-a-vis vom Fischerturm) der Figur des damaligen Bürgermeisters nachempfunden.
