Mainz schlägt Frankfurt 2 zu 1

Den ersten Bundesliga-Heimsieg seit Anfang Februar hat der 1. FSV Mainz 05 ausgerechnet im Rhein-Main-Duell gegen Eintracht Frankfurt am gestrigen Sonntagnachmittag (22.3.2026) eingefahren. Und sich dadurch im Tabellenkeller mit jetzt 30 Punkten weiter Luft verschafft. Der Doppelpack von Paul Nebel (6. und 89.) krönte dabei eine perfekte Englische Woche für den FSV mit Siegen in Bremen, gegen Olmütz und dem hart erkämpften Dreier gegen die Hessen. Die Mainzer Führung hatte Nathaniel Brown bereits Mitte der ersten Spielhälfte (20.) gekontert, bevor Nebel in Minute 89 für den nächsten Mainzer Feiertag sorgte.

Nach einem Mainzer Chancenplus in Durchgang eins und nach der Pause etwas gefährlicheren Frankfurtern wäre wohl auch ein Remis nicht unverdient gewesen, danach sollte aber niemand mehr fragen. Lediglich eine Veränderung hatte das Trainerteam gegenüber dem historischen Erfolg über Olmütz vorgenommen und sich für den frischen Sheraldo Becker anstelle von Nelson Weiper, der zunächst auf der Bank Platz nahm, entschieden. Die Partie brauchte keine Anlaufzeit, denn es sollte gleich zur Sache gehen.

Keine 60 Sekunden waren gespielt, da sah Phillip Tietz nach einem unabsichtlichen Kopfstoß gegen Fares Chaibi Gelb. Dennoch waren es die Gastgeber, die in der Anfangsphase gefährlicher wirkten und zwar nicht häufiger den Ball, aber mehr vom Spiel hatten. Nachdem eine erste Annäherung in Minute vier im Anschluss an einen schnellen Gegenstoß noch verpufft war, nutzte der FSV seine erste Chance gleich eiskalt. Ein 05-Einwurf in der eigenen Hälfte landete über Kaishu Sano bei Becker, der Nebel gedankenschnell auf die Reise schickte, gegen dessen noch abgefälschten 15-Meter-Kracher Michael Zetterer im Eintracht-Tor machtlos war (6.).

 
Die Frankfurter hatten trotz großem Support von den Rängen Probleme ins Spiel zu finden, sollten aber auch ihrerseits die erste Chance der Partie nutzen: Zu dieser kamen sie in der 20. Minute viel zu einfach. Jean-Matteo Bahoya hatte auf links zu viel Raum, setzte sich gegen Danny da Costa durch, brachte seinen flachen Rückpass genau in den Lauf Browns, gegen dessen Direktabnahme Daniel Batz im Mainzer Tor machtlos war. Ein ärgerlicher Rückschlag aus 05-Sicht, den das Team von Urs Fischer aber schnell verdauen sollte.

 
Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich kam Sano im Anschluss eine Eckenvariante aus 19 Metern zum Abschluss, zielte jedoch knapp vorbei (23.). Die Gäste fanden, abgesehen von ihrem Treffer, kaum einmal zu flüssigen Kombinationen und taten sich schwer, einmal in die Nähe des Strafraums zu kommen. Der FSV hingegen überließ den Hessen zwar mehr Ballbesitz, stach aber immer wieder zu. So auch in der 35. Minute nach einem Ballgewinn von Sano im Mittelfeld, nach dem Becker Nebel bediente, dessen Schuss Theate aber diesmal blocken konnte.

 
Zwei Minuten später war die Chance dann sogar noch größer, als Nebels Flanke bei Becker landete, der aber aus kurzer Distanz an einem Reflex Zetterers scheiterte (37.). In Minute 43 mussten alle Mainzer dann noch einmal durchschnaufen, als Dominik Kohr eine scharfe Hereingabe fast auf Kosten eines Eigentors klärte. Danach folgte dann aber nochmal eine Eckenserie des FSV, die zwar folgenlos blieb, aber den Eindruck untermauerte, dass die Gastgeber hier in Durchgangs eins das aktivere und etwas gefährlichere Team gewesen waren.

Während der FSV unverändert zurück auf den Rasen kehrte, wechselte die Eintracht einmal und brachte mit Wiederbeginn Ellyes Skhiri für den Torschützen Brown. Die ersten Minuten nach Wiederbeginn gestalteten sich in der natürlich ausverkauften MEWA ARENA deutlich verhaltener als in Hälfte eins. Erstmals gefährlich wurden die Gäste nach einer Stunde. Ritsu Doan hatte von links geflankt und Chaibi aus sieben Metern per Kopf den Querbalken anvisiert (60.). Im direkten Gegnzug schnupperte aber auch der FSV an Tor Nummer zwei.

Jae-sung Lee hatte Becker geschickt, der Zetterer ausspielte, das Leder aus spitzem Winkel dennoch nicht im Tor unterbringen konnte. Zwar setzte Silvan Widmer nach, wurde von Tobias Stieler aber letztlich zurückgepfiffen. Die ersten Wechsel zogen die 05ER dann nach 68 Minuten. Für Nikolas Veratschnig machte der vor allem in Durchgang eins starke Mwene Platz, und für Tietz übernahm Weiper. Kurz darauf musste Batz aber erst einmal richtig zupacken, als er in Minute 70 einen Schlenzer Doans mit den Fingerspitzen zur Ecke klärte.

Die Schlussphase sollte schließlich durch eine ganz strittige Szene eingeleitet werden. Da Costa erkämpfte sich das Leder auf Höhe der Mittellinie gegen 05-Eigengewächs Jonny Burkardt, tankte sich auf rechts durch und bediente Becker, der im Strafraum zu Fall kam und liegen blieb. Stieler sah sich die Szene auch an, erkannte dabei aber zwei Foulspiele. Da jenes von da Costa dem elfmeterwürdigen vorangegangen war, lautete die Entscheidung: kein Strafstoß (78.). Kurz darauf kam dann Sota Kawasaki für Lee in die Partie.

Sechs Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit hatte Becker dann das ganz dicke Ding auf dem Fuß. Von Sano bedient, steuerte er allein auf Zetterer zu, überwand diesen auch, hatte aber maximales Pech, weil sein Ball erst den rechten Innenpfosten traf, bevor er auch links Aluminium touchierte statt die Torlinie zu überqueren (84.). Der Lucky Punch war allerdings nur aufgeschoben, denn in Minute 89 konterten die Mainzer wie aus dem Lehrbuch: Sano trieb den Ball unnachahmlich durchs Mittelfeld und fand Widmer.

Dessen gefühlvolle Flanke konnte Weiper nicht im Tor unterbringen. Dafür schlug aber der geistesgegenwärtige Nebel wieder zu und besorgte die erneute Führung. Die Arena bebte, der FSV hatte aber noch eine achtminütige Nachspielzeit zu überstehen, in der die Gäste natürlich alles nach vorne warfen. Ein weiteres Tor sollte und wollte aber nicht mehr fallen, so dass der rot-weiße Jubel nach fast 100 packenden Minuten keine Grenzen kannte. Weiter geht es für die 05ER im Anschluss an die Länderspielpause am Osterwochenende mit dem Gastspiel bei der TSG Hoffenheim (4.4. 2026 um 15:30 Uhr).

Quelle und Bilder: FSV Mainz 05