Hunsrück-Nahe-Raum erhält Förderung für strategische Regionalentwicklung

Der Nationalparklandkreis Birkenfeld und der westliche Teil des Landkreises Bad Kreuznach haben sich erfolgreich um eine Aufnahme in das Förderprogramm Regionalentwicklung (RegioStrat) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen beworben. Unter dem Slogan „Vitale Ortskerne und neue Infrastrukturangebote im Hunsrück-Nahe-Raum schaffen!“ sollen Lösungen für aktuelle Probleme in der ländlich geprägten Region gefunden werden. Hierzu steht über einen dreijährigen Förderzeitraum ein Finanzvolumen von 450.000 € zur Verfügung, das zu 90% durch Fördergelder des Bundes abgedeckt wird.

Den Eigenanteil von 10% steuert die Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe bei, die als zuständiger Träger der Regionalplanung den Antrag initiiert hat. Das Förderprogramm beinhaltet die Erarbeitung eines strategischen Regionalentwicklungskonzepts und daraus abgeleitete prioritäre Entwicklungsmaßnahmen. Der Projektraum erstreckt sich auf den gesamten Nationalparklandkreis Birkenfeld sowie auf die Verbandsgemeinden Nahe-Glan, Rüdesheim/Nahe und Kirner-Land. „Wir freuen uns sehr über die Aufnahme ins Förderprogramm.

Aktuell wird geprüft, ob noch einzelne Ortsgemeinden aus weiteren Verbandsgemeinden im Landkreis Bad Kreuznach aufgenommen werden können“, berichtet Landrätin Bettina Dickes, die zugleich Vorsitzende der Planungsgemeinschaft ist. Viele Gemeinden im Projektgebiet sind durch rückläufige oder stagnierende Einwohnerzahlen und eine zunehmende Überalterung gekennzeichnet. Das Ortsbild in den alten Ortskernen wird oftmals durch fehlendes Grün und marode Bausubstanz beeinträchtigt. Eine zeitgemäße Anpassung an die Anforderungen des Klimawandels und die Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität erscheinen vielerorts geboten.

Lücken im Infrastrukturangebot und beim öffentlichen Nahverkehr schmälern zudem die Attraktivität als Wohnort und stellen insbesondere die ältere Bewohnerschaft vor große Herausforderungen. Mithilfe des strategischen Regionalentwicklungskonzepts sollen konkrete Maßnahmen erarbeitet werden, wie diese Mängel behoben werden können. Zu Beginn des Projekts werden in einer Regionalanalyse vorhandene Defizite und mögliche Entwicklungspotenziale analysiert. Im Anschluss werden zwei Workshop-Reihen als Ideenwerkstätten durchgeführt, die sich sowohl an Experten als auch an die gesamte Bevölkerung richten.

Hieraus soll sich ein klares Bild zum Handlungsbedarf ergeben, der die Grundlage für konkrete Projektvorschläge zur Schaffung vitaler Ortskerne und zum Abbau von Infrastrukturdefiziten bildet. Bis Oktober des Jahres 2028 wird das Projekt abgeschlossen werden, in dem die Ergebnisse in einem Abschlussbericht zusammengefasst und in Form konkreter Maßnahmenvorschläge aufbereitet werden. Die Priorisierung der Vorschläge, das Aufzeigen von Fördermöglichkeiten und die Definition von Zuständigkeiten bilden die Grundlage für die anschließende Umsetzung. Landrat Miroslaw Kowalski bestätigt dies:

„Die Aussichten, in der Umsetzungsphase weitere Fördermittel zu erhalten, sind deutlich größer, wenn die Projekte einem abgestimmten Entwicklungskonzept entstammen.“ Als Netzwerkpartner konnte die Planungsgemeinschaft neben den beiden beteiligten Landkreisen auch deren Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie die Regionalinitiative Rhein-Nahe-Hunsrück e.V. gewinnen. Die Moderation des Prozesses und die Konzepterarbeitung sollen durch ein versiertes Fachbüro erfolgen, hierfür wird eine Ausschreibung vorbereitet.

Quelle: Kreisverwaltung Bad Kreuznach