In Bosenheim leben kaum 1.500 Menschen. Der zweitkleinste Bad Kreuznacher Ortsbezirk hatte bisher nur zwei Problemstrassen: die Hackenheimer und die Rheinhessenstrasse. In der Ortsbeiratssitzung am vergangenen Mittwoch (11.3.2026) erfuhren Gremienmitglieder und rund ein Dutzend Einwohner*Innen, dass das städtische Ordnungsamt hinter ihrem Rücken ein Problem gelöst hat, dass ihnen noch gar nicht bekannt war.


Weil eine handvoll Anwohner ihre Autos lieber mit Behinderung auf der Görzstrasse parken, statt auf ihren Grundstücken und damit den Busverkehr behindern, wurde von der Stadt eine Einbahnregelung angeordnet. Wie Ortsvorsteher Markus Später berichtete, dürfen Verkehrsteilnehmer*Innen künftig nicht mehr von der Rheinhessen- in die Görzstrasse einfahren. Diese darf nur noch in Gegenrichtung von der Parkstrasse befahren werden.


Ergänzend wird die Mönchstrasse, in der bisher nur Anliegerverkehr zugelassen war, zur Einbahnstrasse von der Rheinhessen- zur Parkstrasse. Mehrere Anlieger, unter anderen Ortsbeiratsmitglied Martin Korrell, zeigten sich von der Neuregelung vollkommen überrascht. „Wieso wurden wir dazu nicht vorher angehört?“ fragte der Winzer. Markus Später erklärte, die Entscheidung sei in einer „Allgemeinen Verkehrsschau“ ohne seine Beteiligung getroffen worden.

Auch unter den Einwohner*Innen stieß die Einbahnstrassenanordnung auf deutlichen Widerspruch. „Wieder einmal werden hunderte Betroffene umgeleitet, weil eine wenige es sich bequem machen“, lautet einer der kritischen Kommentare. Für mehrere Teilnehmer*Innen ist unverständlich, wieso in der Görzstrasse kein durchgängiges beidseitiges Parkverbot angeordnet wird, um das Bus-Problem zu lösen.
