Die heute evangelische Pauluskirche prägt seit rund 700 Jahren das Stadtbild. Anno 1332 hatten sie die Grafen von Sponheim als Krönung ihrer Gründung der mittelalterlichen Doppelstadt genau auf die Insel zwischen die Stadtteile gesetzt. Wolfgang Reiche hat sich intensiv mit der wechselhaften Geschichte des Bauwerks beschäftigt und wird in einer Führung am morgigen Samstag (14.3.2026) ab 11 Uhr die Wechselfälle der Geschichte, die Architektur sowie die kirchen- und stadtgeschichtliche Bedeutung des Bauwerks unterhaltsam und informativ den Gästen nahebringen.

Der große Kirchenraum, der 1.000 Gästen Platz bietet, und daher neben den Gottesdiensten auch als Konzertraum von großer Bedeutung ist, gilt als einer der größten Sakralbauten zwischen Mainz und Trier. Zwei Orgeln werden hier mittlerweile bespielt. Ihr heutiges spätbarockes Aussehen und auch den Namen verdankt die Kirche dem Wiederaufbau von 1781, der fast 100 Jahre nach Zerstörung durch die französischen Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. erfolgte. Der fiel die ursprünglich 3-schiffige-gotische Basilika zum Opfer.
Der noch erhaltene gotische Chor verfiel und wurde von englischen Kurgästen erst im 19. Jahrhundert wieder belebt. Auch nach dem 2. Weltkrieg war erneut die Zerstörung des Gebäudes durch die Sprengung der Nahebrücke durch deutsche Soldaten zu beklagen. Erst zehn Jahre später konnte sie wieder geöffnet werden. Nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch der Name änderte sich von Marienkirche, über Kirche auf dem Wörth (im Zuge der Reformation) bis zu Pauluskirche.
Viele Jahre war die Kirche auch Zankapfel der Konfessionen, die in Kreuznach seit dem 30jährigen Krieg nebeneinander existierten und Ansprüche auf das Gebäude stellten. Die Innenausstattung spiegelt die theologische Ausrichtung der Reformierten Gemeinden wider. Wolfgang Reiche wird neben dem Hauptgebäude auch die Kapelle zeigen, die auch als Grabkapelle des im 15. Jahrhundert ausgestorbenen Grafengeschlechts diente. Treffpunkt ist Kirchenvorplatz mit dem Priegerdenkmal – wo sich einst der Friedhof befand, der zur Kirche gehörte. Der Eintritt ist frei. Spenden für die Unterhaltung des Gebäudes sind willkommen.
Quelle: Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH (GuT)
