Eine Familie, fünf Pflegekinder und ganz viel Herz – Manuela Dietz-Buch und ihr Mann sind
Pflegeeltern im Landkreis Bad Kreuznach. Sie erzählen, warum Pflegeeltern zu werden das
größte Abenteuer ihres Lebens ist. Es ist ein ganz normaler Nachmittag im Haus der Familie Manuela Dietz-Buch. Lachen schallt durch die Räume, während sich die Kinder auf das gemeinsame Abendessen vorbereiten. Fünf Dauerpflegekinder zwischen vier und 19 Jahren haben hier ihr Zuhause gefunden – bei Manuela Dietz-Buch (59) und ihrem Mann, die seit vielen Jahren als Bereitschafts- und Dauerpflegestelle tätig sind.

Was Manuela Dietz-Buch antreibt, wurzelt tief in ihrer eigenen Geschichte: „Ich bin selbst
bei meiner Oma groß geworden und weiß daher, was es bedeutet, nicht bei den leiblichen
Eltern aufwachsen zu können“, erklärt sie. Diese Erfahrung hat sie geprägt und den Wunsch geweckt, anderen Kindern das zu geben, was sie selbst erlebt hat – Geborgenheit und ein stabiles Zuhause. Die Aufnahme neuer Pflegekinder ist immer ein besonderer Moment. Manuela Dietz-Buch erinnert sich: „Alle Aufnahmeprozesse waren bisher sehr positiv, wir hatten nie Kinder, die nicht bei uns sein wollten. Im Gegenteil“.
Doch natürlich ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Manuela Dietz-Buch spricht auch offen über die Herausforderungen: „manchmal ist es langwierig, Unterschriften und Einverständniserklärungen zu erhalten, wenn es um Dinge geht, die über unsere Alltagssorge als Pflegeeltern hinausgeht. Das hängt immer damit zusammen, bei wem das Sorgerecht für ein Kind liegt“. Bei solchen bürokratischen Hürden erfährt die Pflegefamilie Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes beim Jugendamt der Kreisverwaltung, Alexandra Herzog, Laura Schug und Marie-Sophie Schmitt.
Herausforderungen sind das eine, aber gibt es auch schöne Momente? „Ja, ganz viele. Es ist
wahnsinnig schön, wenn man merkt, dass die Kinder sich bei einem Zuhause fühlen.
Andererseits erleben viele Kinder ganz schlimme Geschichten, auch das geht ans Herz“. Diese emotionale Bandbreite – zwischen Freude und Mitgefühl – macht das Leben als Pflegeeltern so bereichernd, das spiegeln viele Pflegeeltern den Mitarbeiterinnen im Pflegekinderdienst. Dass sie und ihr Mann nicht allein sind auf diesem Weg und Unterstützung durch den Pflegekinderdienst erfahren, ist Manuela Dietz-Buch besonders wichtig zu betonen:
„Es gibt sehr viel Unterstützung, eigentlich bei allem. Trotz Personalwechsel hatte ich noch nie das Gefühl, dass uns als Familie jemand betreut, bei dem ich dachte ‚Oh Gott!'“ Die enge
Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst gibt ihr die Sicherheit, die sie braucht, um den Kindern die beste Betreuung zu bieten. Das Leben mit fünf Kindern hält auch die Pflegeeltern selbst jung: „Wir sind aktiver als wir es ohne Kinder wären. Trotz unseres Alters stehen wir immer noch mitten im Leben und nutzen die Wochenenden statt zum Entspannen gerne für Ausflüge und Unternehmungen mit der ganzen Familie“.
Statt Ruhestand gibt es Spielplatzbesuche, Fahrradtouren und Familienausflüge – und das mit einer Begeisterung, die ansteckend ist. Am Ende des Gesprächs hat Manuela Dietz-Buch noch eine Botschaft an alle, die mit dem Gedanken spielen, Pflegeeltern zu werden: „Es ist nicht immer leicht. Aber lassen Sie sich darauf ein und das Abenteuer Pflegekind wird Sie bereichern!“ Neugierig geworden? Jetzt informieren:
Am 26. März 2026 um 18 Uhr lädt der Pflegekinderdienst des Jugendamtes Bad Kreuznach gemeinsam mit dem Jugendamt Alzey-Worms zu einem Informationsabend in den großen Sitzungsaal der Kreisverwaltung Bad Kreuznach (Salinenstrasse 47) ein. Hier erfahren Interessierte alles Wissenswerte über die Aufnahme von Pflegekindern, die Voraussetzungen und die Unterstützung, die Pflegefamilien erhalten.
Quelle und Bild: Kreisverwaltung Bad Kreuznach
