Eigentlich ist bei der Beschilderung im Strassenverkehr alles auf Eindeutigkeit ausgelegt. Aus einem guten Grund: Verkehrspsychologen weisen immer wieder darauf hin, dass jede Form der Unklarheit zu Risiken führt. Ein Aspekt ist: Verkehrsteilnehmer*Innen benötigen in solchen Situationen mehr Zeit, um sich zu entscheiden. Auf der anderen Seite bieten Entscheidungsalternativen den Betroffenen natürlich mehr Möglichkeiten.

Wie in der Wöllsteiner Strasse. Dort hat die Stadt Ende vergangenen Jahres die Schutzstreifen für Fahrradfahrer*Innen so markiert, dass diese von beiden Seiten ins Bahnviadukt auslaufen. Der entsprechende Bericht von tourismusbeitrag-so-nicht.de hat bei einem Teil der Leserschaft teils emotionale Reaktionen ausgelöst.

Die im Kern fast alle kritisierten, dadurch würden die Radler in ihr Unglück gezwungen. Dem ist allerdings nicht so. Denn die Nutzung der Schutzstreifen ist freiwillig. Die Radfahrer*Innen dürfen weiterhin auch auf den Gehwegen links und rechts fahren. Die Radler haben also die Wahl.
