Technische Defekte und noch weniger Unfälle lassen sich nicht zu 100% ausschließen. Daher ist sowohl für die Blaulichtfamilie als auch die Unternehmen mit Risikotätigkeiten die Simulation von Notfällen trotz des damit verbundenen Aufwandes eine große Chance sich auf tatsächliche Schadenslagen optimal vorzubereiten. Die Bad Kreuznacher Feuerwehr und die städtische BAD GmbH haben sich dieser Herausforderung am vorgestrigen Donnerstagabend (5.3.2026) einmal mehr gestellt. Mit einer Übung im Salinenbad.

Für diese wurde von den Übungsleitern Jeffrey Mitchell, Thomas Barthen und Florian Müller folgende Ausgangssituation zugrunde gelegt: zu Wartungsarbeiten arbeitete ein Stadtwerke-Techniker an der Chlorgasanlage. Ein Passant bemerkte eine rote Blinkleuchte und die Sirene. Aus der Tür des Chlorraumes trat Rauch aus. Der zufällige Zeuge alarmierte über die 112 sofort die Feuerwehr und den Bademeister im Bad, der die eintreffenden Wehrleute erwartete und auf den vermissten Techniker hinwies.

Die unter Leitung von Nico Müller, dem stellvertretenden Zugführer Löschbezirk Süd, zuerst am Schwimmbad eingetroffenen Kräfte, sperrten den Gefahrenbereich rund um den Haupteingang des Salinenbades weiträumig ab. Und schickten einen Trupp unter Atemschutz zur Menschenrettung vor, um den Mitarbeiter (der von einem Dummy dargestellt wurde) aus dem Chlorraum zu holen. Die gerettete Person wurde an der Absperrgrenze schnell mit Wasser gereinigt, entkleidet und dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben.
Ein weiterer Trupp rüstete sich mit einem Chemikalienschutzanzug aus, um die Lage in dem Raum zu erkunden und Informationen über den austretenden Stoff zu besorgen. Er wurde von weiteren nachfolgenden Trupps in Schutzanzügen unterstützt. Mit zwei bereitgelegten C-Strahlrohren, wurden die Chlorgasdämpfe niedergeschlagen und damit eine Ausbreitung verhindert. Die aus der Einsatzstelle herauskommenden Trupps, wurden über eine mit Absperrband geführte Schleuse zum Dekontaminationsplatz zur Reinigung geführt und danach ausgekleidet.
Der Führungsdienst unterstützte den Einsatzleiter vor Ort, in dem die fortlaufende Lage dokumentiert, weiter benötigte Einsatzkräfte alarmiert und Informationen über den Gefahrstoff besorgt wurden. Sie führten eine Lagekarte und informierten die örtlichen Radiosender und Medien über die austretende Schadstoffwolke. An der Übung waren Kräfte der Löschbezirke Süd und Nord beteiligt. Alle anderen Einsatzkräfte und Institutionen, wurden imaginär dargestellt. Die Übungsleiter waren mit dem Ablauf zufrieden.
Und gaben im Anschluss den Übungsteilnehmern noch weitere Informationen und Erkenntnisse aus der Übung. Diese wurde nach etwa eineinhalb Stunden beendet. Der Badebetrieb im Salinenbad konnte während der Übung ungehindert fortgeführt werden. Selina Daut, Objektleiterin des Salinenbades, freut sich über die Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr und stellte fest: „wir wissen das ehrenamtliche Engagement zu schätzen. Die realitätsnahe Übung erhöht die Sicherheit unserer Badegäste im Ernstfall.“
Quelle: Alexander Jodeleit, ehrenamtlicher Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kreuznach
