Leserbrief des
Peter Engel
„Wer in den letzten Tagen die Zeitungen oder Sozialen Medien geöffnet hat, konnte sich wundern. Unsere Stadtobersten, ganz vorne unser Oberbürgermeister, haben gezeigt, auf welchen Umzügen, Veranstaltungen oder Sitzungen sie in der Fastnachtszeit unterwegs waren. Es ist einerseits schön, wenn sich unsere Stadtspitze so offen zeigt, verdeutlicht aber, dass wir andererseits in der Stadtpolitik ein großes Transparenzproblem haben. Im Gegensatz zu diesen erfreulichen Terminen durch die man natürlich gute Presse bekommen kann, vermisse ich in den wichtigen Themen, die die Bürgerinnen und Bürger der Stadt betreffen, eine vergleichbare Transparenz.

Egal bei welchem Thema, Lorenz Hotel auf dem Kauzenberg, Parkgebühren für öffentliche Parkflächen oder das Abholzen des Stadtwaldes, um nur einmal drei größere Themen zu nennen, es wird versucht, die Themen ohne großes Aufsehen an der Bevölkerung vorbei umzusetzen. Wenn nachträglich ein Aufschrei aus der Bevölkerung kommt, dann ist man plötzlich total überrascht. Das ist teilweise ein unfassbares Verhalten und beschädigt immer weiter das Vertrauen in die handelnden Personen. Wenn sich nur noch vereinzelt oppositionelle Kräfte der Öffentlichkeit stellen, dann läuft etwas grundsätzlich falsch.
Und wenn sich dann noch, wie am 19.2.2026 geschehen, das Bündnis für Kreuznach im Öffentlichen Anzeiger meldet, und, obwohl sie sich der FDP angeschlossen haben, sich ex-post über die Stadtpolitik aufregen, dann fällt mir dazu nicht mehr viel ein. Erst mitstimmen und, wenn der Gegenwind zu stark wird, umfallen, scheint ja mittlerweile ein gängiger Trend in der Politik zu sein.
Es wäre wünschenswert, dass sich unsere Stadtoberen ihren Auftrag, als gewählte Vertreter der Bevölkerung diese zu vertreten, wieder ernst nehmen und die Themen, die die Bürgerinnen und Bürger der Stadt betreffen, und das sind nun einmal so gut wie alle, diesen vor Entscheidung zur Kenntnis zu bringen. Dann könnten solche politischen Rohrkrepierer, wie das kostenpflichtige Parken im Kurgebiet, vorab abgewandt werden. Auch wenn im Öffentlichen Anzeiger vom 21.02.2026 von unserem Oberbürgermeister thematisiert wurde, öfter die Bevölkerung mit einzubeziehen, wird dies höchstwahrscheinlich nur Wunschdenken bleiben“.
