Eigentlich sollte die Steinfassade des Rathauses begrünt werden. Daraus wird leider nichts. Und zwar an keiner der vier Gebäudeseiten. Aus jeweils teils unterschiedlichen Gründen. Zum Kornmarkt hin wäre das Befestigen einer wandgebundenen Fassadenbegrünung aufgrund der Vorhangfassade mit einem hohen technischen Aufwand verbunden. Zudem bestünde das Risiko die Aussenwand zu beschädigen. Würde eine bodengebundene Begrünung eingesetzt, könnten keine Selbstklimmer verwendet werden, da diese hinter die Vorhangfassade kriechen und diese zerstören würden.

Die aus Sicht des Stadtbauamtes einzig mögliche Variante, Stahlseile für eine bodengebundene Begrünung mit Schlingern, könnte oben am Dach nicht sachgerecht befestigt werden. Zur Rossstrasse hin ist die Front mit vielen Fenstern bzw Glasflächen ausgekleidet. Dadurch wäre eine Fassadenbegrünung nur extrem kleinteilig möglich, wodurch der Nutzen verloren geht. Zudem verläuft entlang der Rossstraße bis zum Eingang der Tiefgarage bereits ein Beet am Gebäude entlang. Nach der Tiefgaragenausfahrt schließt sich in der Steingasse ebenfalls ein Beet an.

Bleibt die Südseite des Rathauses, die durch die Turmstrasse erschlossen wird. Auch dort ist nach Einschätzung des Fachleute der Stadtverwaltung keine Fassadenbegrünung möglich, da die Gebäudeseite mit vielen Fenstern versehen ist. Ein freies Stück der Fassade befindet sich direkt an einem gläsernen Durchgang, der die Breite des freien Feldes einschränkt. Zudem könnten die Stahlseile, wie zum Kornmarkt hin, oben am Dach nicht befestigt werden. Der Vorschlag des Stadtbauamtes ist daher eine Umgestaltung des Rathaus-Vorplatzes vis-a-vis der öffentlichen Toilettenanlage.

Nicht diese, sondern die aktuell durch Steine geprägte kleine Fläche soll „attraktiver“ werden. An Stelle des als solchen ohnehin kaum noch zu erkennenden früheren Brunnens soll entweder ein Mini-Gradierwerk oder Pflanzbeet errichtet werden. Letzteres mit einem „großen, schattenspendenden Baum“. Weiterhin sollen vorhandene, abgestorbene Bäume durch vitale ersetzt werden. Durch die Bäume heizt sich die Rathaus-Fassade weniger auf. Zudem sorgen diese nach Einschätzung des Stadtbauamtes „für eine großflächige Beschattung, angenehme Verdunstungskälte und Luftreinigung.

Im Gegensatz zu kleinteiligen Fassadenbegrünungen, die aufgrund ihrer Größe kaum klimatische Effekte auslösen können“. Für die Maßnahme sind 40.000 Euro vorgesehen. Auch auf dem Flachdach des Rathauses soll sich etwas tun: „die vorhandenen Beete der Dachterrasse bieten die Möglichkeit, durch den Austausch der Erde und eine Neubepflanzung wieder einen attraktiveren und repräsentativen Außenbereich zu schaffen“. Der Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) hat diese Vorschläge in seiner Sitzung am 4.2.2026 zur Kenntnis genommen und wohlwollend diskutiert.
