Johann Wolfgang von Goethe hat das schon vor über 200 Jahren erkannt. Der große deutsche Dichter und Denker, selbst ein leidenschaftlicher Reisender, formulierte in seinem Gedicht „Erinnerung“: „willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“. Wie recht Goethe hat, durften wir in der Corona-Zeit erleben.
Leider ist diese Erfahrung bei einigen Zeitgenossen schon wieder in Vergessenheit geraten. Dabei bestehen sowohl vor Ort als auch in der Region attraktive Angebote, deren Nutzung Kurzurlauben gleichkommt, die durchaus geeignet sind in ihrer Wirkung summarisch Fernreisen mindestens teilweise zu ersetzen.

So lädt das Heimatmuseum Bad Sobernheim am kommenden Sonntag (22.2.2026) anlässlich des Weltgästeführertages zu einer kostenlosen Stadtführung ein. Beginn ist um 15 Uhr auf dem Marktplatz. Das Ende der Führung ist gegen 17 Uhr im Heimatmuseum im Priorhof. Unter dem Motto „Mit offenen Augen durch Bad Sobernheim“ steht in diesem Jahr das genaue Hinsehen im Mittelpunkt. Die Führung lenkt den Blick auf kleine Details im Stadtbild, die im Alltag oft übersehen werden – Wappen, Inschriften, Zunftzeichen oder Wegweiser.
Und erzählt die Geschichten, die sich hinter ihnen verbergen. An ausgewählten Stationen erfahren die Teilnehmenden, was ein Wappen über politische Zugehörigkeit verrät, wie ein einzelnes Wort an einer Fassade die Ideen der Reformation widerspiegelt oder warum ein geschnitzter Wegweiser von 1938 von Aufbruch und Mobilität erzählt. Auch Handwerk, Orden, Stifter und das Leben früherer Generationen kommen dabei zur Sprache. Die Stadtführung richtet sich an Einheimische ebenso wie an Gäste und zeigt Bad Sobernheim aus einer neuen Perspektive – achtsam, überraschend und erzählerisch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Quelle: Heimatmuseum Bad Sobernheim
