Förderpreise Kunst und Kultur für Pitt Elben und IGS Sophie Sondhelm

Die Verleihung der städtischen Förderpreise für Kunst und Kultur in der Sparte Literatur hatte viele Gewinner. Nicht nur die Preisträger Pitt Elben und Schülerinnen und Schüler der IGS Sophie Sondhelm Bad Kreuznach mit ihren bemerkenswerten Beiträgen sondern auch die Gäste in der Loge im Haus des Gastes, die zudem in den Genuss des Klavierspiels von Ferris Heeg (18) aus Weinsheim kamen, als Sieger des Regionalwettbewerbes „Jugend musiziert“ für den Landesentscheid im März qualifiziert. „Kultur ist kein Luxus und kein hübsches Extra am Rand. Kultur ist das, was eine Stadt von innen zusammenhält.

Anja Schneider (links) hielt die Laudatio, Emanuel Letz überreichte den Preis an die Schülerinnen und Schüler der IGS Sophie Sondhelm.

Sie stiftet Identität, bringt Menschen miteinander ins Gespräch und sie kann trösten, irritieren, wachrütteln“, stellte Oberbürgermeister Emanuel Letz seiner Laudatio voran. .Pitt Elben ist seit fast 20 Jahren eine feste Größe im Kulturleben der Stadt. „Zugleich strahlt Ihr Werk weit über die Region hinaus“, so Oberbürgermeister Emanuel Letz. Er bezieht sich aktuell auf Elbens Roman „Zaunkönigszeit“, der von den 1960er-Jahren in der Geburtsgemeinde des Autors, Kobern-Gondorf, erzählt und der „Erinnerungswerkstatt“, in der Elben 70 Autorinnen und Autoren animierte, in 100 Worten von ihren Kindheits-Erlebnissen in den 1960er-Jahren zu schreiben.

Vor seinem Umzug nach Trier überreichte Pitt Elben ein Abschiedsgeschenk der besonderen Art dem Oberbürgermeister. Für Rainer Mefferts Stiftung „upZweig“ hatte Peter Trautmann ein Bild gemalt. 250 Kunstdrucke wurde für einen guten Zweck, Förderung von Kulturinitiativen, verkauft. Elben war Mitinitiator der Benefizaktion. Das Original ist nun im Besitz der Stadt.

In früheren Jahren verfasste der ehemalige Förderschul-Lehrer Beiträge für Funk, Fernsehen, Tageszeitungen, schrieb und spielte Stücke im Figurentheater „Borzelkaschde“. „Sie beherrschen das Erzählen in vielen Formen, auf vielen Bühnen, für ganz unterschiedliche Menschen“, so der OB, Pit Elben las nicht nur aus seinem Roman „Zaunkönigskzeit“ und zitierte Beitrage von Autorinnen und Autoren der Erinnerungswerkstatt. Er nahm die Gäste mit zu einer kleinen literarischen Zeitreise von der heimatlichen Nahe in die Fremde und zurück. „Es gab in jeder Epoche Menschen, die ihre Heimat an der Nahe aus Not verlassen mussten: also unfreiwillig von der Nahe in die Fremde!“

Als großes positives Beispiel für eine gelungene Integration nannte Elben die vielen portugiesischen Mitbürgerinnen und Mitbürger die als Gastarbeiter zur Michelin kamen und in der Stadt und in der Region eine neue Heimat fanden. An die Schülerinnen und Schüler der IGS appellierte er „…..positive Geschichten zu erzählen und aufzuschreiben. Denn in Zeiten, in denen Rassismus, Antisemitismus und Xenophobie wieder salonfähig werden, brauchen wir sie als positiven Beleg dafür, wie sich Kulturen wechselseitig ergänzen und befruchten.“

Der Förderpreis ist mit 2500 Euro dotiert. Seit vielen Jahren gestalten die Schülerinnen und Schüler der IGS Sophie Sondhelm das städtische Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus maßgeblich mit. Grundlage hierfür sind Studienfahrten zu den Gedenkstatten des KZ Auschwitz und Krakau in Polen. Zuletzt verarbeiteten sie ihre Eindrücke zu tiefsinnigen und gefühlvollen Gedichten. Sie machten auch ihrer Wut Luft“, über das Unfassbare und Ungeheuerliche, so Jurymitglied Anja Schneider in ihrer Laudatio. „Danke für die starken Worte“ Großes Lob auch vom OB:

„Diese Texte sind keine bloße Schulaufgabe. Sie zeigen Haltung. Und sie machen deutlich: Kultur ist immer auch Erinnerung und Verantwortung.“ Von der Qualität der Gedichte und ihren Botschaften konnten sich die Gäste der Preisverleihung überzeugen. Denn einige Werke wurden vorgetragen. Betreut wurde die 20-köpfige Schülergruppe von den Lehrerinnen Johanna Lippert und Corinna Binnemann sowie von Lehrer Steffen Kraski. Das Preisgeld in Höhe von 500 Euro stiften die Schülerinnen und Schüler der gemeinnützigen Organisation HatAid/ für Menschenrechte im Netz und gegen digitale Gewalt.

Text und Bilder: Stadtverwaltung Bad Kreuznach