Kurz vor der 3. Verhandlungsrunde vom 11. bis 13. Februar 2026 in der Tarifrunde der Länder erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). In den ver.di-Bezirken Mittelrhein und Pfalz sind alle Betriebe und Dienststellen im Geltungsbereich des TV-L am 10. Februar zum Warnstreik aufgerufen, um in Mainz ein deutliches Zeichen zu setzen. Treffpunkt für alle Streikenden ist um 9:30 Uhr am alten Postlager Mainz (Mombacher Str. 11–15).

Bereits ab 8:45 Uhr setzt sich ein erster Zug mit Beschäftigten des Studierendenwerks Mainz, der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) sowie der Studierendenschaft der JGU vom Irène-Giron-Platz auf dem Universitätscampus in Bewegung und läuft gemeinsam zum alten Postlager. Ab 10:30 Uhr startet vom alten Postlager der Demonstrationszug in Richtung Fischtorplatz. Dort findet ab 12 Uhr die Kundgebung statt. Redner*innen kommen aus den verschiedenen Tarifbereichen. Hauptrednerin ist ver.di-Landesbezirksleiterin Marion Paul.
Die Beschäftigten fordern in der Tarifrunde sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, außerdem fordert ver.di die unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. Zudem ist die Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte gefordert. Für ver.di ist klar: wer einen handlungsfähigen Staat und verlässliche öffentliche Dienstleistungen will, muss die Arbeit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst spürbar besser absichern und anerkennen.
Gute Arbeit braucht gute Bedingungen. Und die gibt es nur, wenn die Tarifverhandlungen Ergebnisse liefern, die den Alltag der Kolleg*innen tatsächlich verbessern. Bezirksgeschäftsführer Fabian Gödeke des ver.di Bezirks Mittelrhein betont: „wir streiken, weil Wertschätzung nicht aus warmen Worten besteht, sondern aus Ergebnissen am Verhandlungstisch. Vor der dritten Runde braucht es Bewegung, keine Ausreden.“
An dem Streik in Mainz beteiligen sich zudem Beschäftigte der AOK sowie der Stationierungsstreikkräfte. Beide Bereiche befinden sich in eigenen Tarifrunden und reagieren damit auf unzureichende Angebote der Arbeitgeberseite. Die Beschäftigten der AOK fordern bei einer Laufzeit von 12 Monaten 7,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 375 Euro. Die Stationierungsstreitkräfte fordern bei 12 Monaten Laufzeit zwei Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigten.
Mögliche Auswirkungen des Warnstreiks:
Beim Studierendenwerk Mainz wird lediglich ein Notbetrieb in der Hauptmensa angeboten. Alle anderen Mensen bleiben geschlossen. Auch beide Kitas des Studierendenwerks Mainz und des Studierendenwerks Koblenz bleiben geschlossen, worüber die Eltern rechtzeitig informiert wurden. Für die Einrichtungen des Landeskrankenhauses wurde eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen, um die Notfallversorgung zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen.
Quelle: ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland
