Sanierung der Dornwände des Gradierwerkes 4 wird abgeschlossen

Gastbeitrag von
Dr. Michael Vesper

Mit 320 Metern Länge ist das Gradierwerk Nr. 4 (an den Tennisplätzen im Salinental) das längste der insgesamt neun Berieslungswände der Stadt. Die Holzwanne ist auf Fundamentsockel aufgesetzt, die in die Jahre des 18. Jahrhunderts zu datieren sind. Damals entstanden drei der Salinen – also Anlagen zur Erzeugung von Salz aus den Mineralquellen des Salinental. Eine – die älteste – Saline wurde in Bad Münster am Stein betrieben, zwei weitere in Kreuznach. Die Kreuznacher Saline produzierte mit der Gradiertechnik tatsächlich bis 1998 Salz – länger als jeder andere vergleichbare Ort.

Im Turnus der Erneuerung aller Gradierwerke müssen die Dornwände je nach Standort alle 15 – 17 Jahre vollständig ausgetauscht werden. Das bedeutet, dass auf 2,6 Kilometern Länge Berieselungsflächen von über 21.000 Quadratmeter in diesem Zeitraum vollständig ersetzt werden müssen. Genau diese Sanierung ist nun beim Gradierwerk 4 an den Tennisplätzen nach vier Jahren abgeschlossen. In nur zwei Wochen wurden auf 120 Metern Länge zunächst die Fächer aus Douglasienholz gebaut, in die die 1,35 Meter langen Dornbündel eingepresst werden.

Dann werden über 20.000 Dornbündel eingebaut. Diese Arbeiten werden von einem in der Region angesiedelten Unternehmen durchgeführt und bis Ende der kommenden Woche abgeschlossen sein. Die Dornen werden aus Polen importiert, wo der gesamte Schwarzdorn-Bedarf für die nicht wenigen Orte in Deutschland, die Gradierwerke unterhalten, gedeckt wird. Zuvor hat ein Gutachter bei der jährlichen Begehung die tragende Konstruktion in Augenschein genommen und gezielte Sanierungsmaßnahmen festgelegt. Alles in allem hat die Sanierung der Gesamtanlage, die 2023 begonnen wurde, rund 1,7 Millionen Euro gekostet.

Für den letzten Abschnitt fallen in diesem Jahr etwa 460.000 € an. Die nasskalte Witterung in diesem Jahr hat dazu beigetragen, dass bei der Anlieferung der Dornen mit 14 Lkw-Gespannen die Grünflächen in der Nähe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Beseitigung der Schäden direkt nach Abschluss der Arbeiten obliegt vertragsgemäß dem Auftragnehmer. Das Team der Gradierer ist zudem derzeit vollauf mit der Überholung der Anlagen beschäftigt, die in diesem Jahr vergleichsweise früh, in der letzten Woche im März, rechtzeitig vor den Osterfeiertagen, in Betrieb genommen werden sollen.

Dr. Michael Vesper ist der langjährige Geschäftsführer der für den Unterhalt der Gradierwerke verantwortlichen Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH (GuT)