FSV Mainz 05 mit Urs auf Kurs: 2 zu 0 Heimsieg gegen Augsburg

Nadiem Amiri war wieder einmal der Mainzer Mann des Spiels. Mit zwei souverän verwandelten Elfmetern in der 8. und 80. Spielminute lieferte der Nationalspieler die entscheidenden Beiträge. Aber auch Torwart Daniel Batz war mit mehreren Top-Paraden wesentlich am Erfolg am gestrigen Samstagnachmittag (7.2.2026) beteiligt. Vater des Mainzer Aufschwungs ist zweifelsfrei der neue Trainer Urs Fischer. Seit dessen Amtsantritt hat der FSV Mainz 05 vier von acht Bundesliga-Spielen gewonnen, drei Unentschieden erzielt und nur eine Niederlage hinnehmen müssen. Dazu erreichten die Fischer-Mainzer einen Sieg und ein Unentschieden in der UEFA-Conference League.

Angesichts dieser Bilanz kann es dahinstehen, dass der Sieg gestern glanzlos war. Denn unter dem Strich verdient hat der 1.FSV Mainz 05 auch sein drittes Heimspiel des Jahres gewinnen können. Nach einem zähen ersten Durchgang steigerten sich die 05ER gegen den FC Augsburg in Hälfte zwei und durften einen letztlich ungefährdeten 2:0 (1:0)-Erfolg am Fastnachtsspieltag 2026 bejubeln. Die beiden Treffer markierte Nadiem Amiri jeweils aus elf Metern. Zwei Veränderungen hatte das Trainerteam gegenüber dem Sieg in Leipzig vorgenommen: für Kacper Potulski (Bank) kehrte Dominik Kohr nach abgesessener Gelb-Sperre zurück in die Startelf.

Und für den verletzten Benedict Hollerbach übernahm Silas in der Offensive an der Seite von Phillip Tietz. Während sich in den Anfangsminuten wenig tat, wurde gleich das erste Mainzer Vorstellen im gegnerischen Strafraum zur brenzligen Angelegenheit. Stefan Bell war in seinem 301. Bundesliga-Spiel nach einem Zweikampf mit Elvis Rexhbecaj zu Boden gegangen und Patrick Ittrich entschied nach kurzem Zögern auf Strafstoß für die Rheinhessen. Eine knifflige Angelegenheit, da eine klare Berührung nicht auszumachen war. Weil aber wohl auch das Gegenteil nicht nachweisbar schien nach Sichtung mehrerer Wiederholungen, durfte Amiri erneut antreten.

Und verwandelte wie schon in der Vorwoche: 1:0 für den FSV (8. Spielminute). Das Zustandekommen interessierte wenig später schon nicht mehr, denn unmittelbar nach dem Wiederanpfiff kam Claude Maurice aus rund 20 Metern zum Abschluss und zwang Daniel Batz im 05er-Tor zu einer ersten Glanztat (10.). Noch stärker war die Reaktion des Keepers neun Minuten später, als er – erneut gegen Claude Maurice – zur Stelle war und einen ganz unangenehmen Flatterball zur Ecke abwehren konnte. Die Gäste waren in dieser Phase das aktivere und gefährlichere Team, während die 05ER meist abwartend agierten und allenfalls zu Halbchancen kamen, so wie nach einer scharfen Hereingabe von Silas, die im Zentrum an Freund und Feind vorbeirauschte.

Und so wurde diese umkämpfte Begegnung in diesem ersten Durchgang auch zu keinem fußballerischen Leckerbissen mehr. Für den FCA hatte Mert Kömür nach einer knappen halben Stunde aus spitzem Winkel noch einmal den Ausgleich auf dem Fuß, auf Seiten des FSV scheiterten kurz vor der Pause dann noch Lee aus der Drehung (44.) und Silas per Kopf (45.+3) am Mainzer Eigengewächs Finn Dahmen. Im zweiten Durchgang erwischten die personell unveränderten Gastgeber einen besseren Start und hätten die Führung früh ausbauen können. In der 49. Minute ging es über den rechten Flügel und Lee schnell vors Tor, wo Amiri nochmal ablegte auf Silas, dessen Schuss aus zwölf Metern Dahmen klatschen ließ, bevor die Gäste klären konnten.

Vor dem Anpfiff wurde Stefan Bell für sein 300stes Bundesligaspiel für Mainz 05 geehert.

Nur zwei Minuten später konterte der FSV dann durchs Zentrum, nach Tietz Pass in die Schnittstelle behinderten sich Amiri und Silvan Widmer aber gegenseitig, so dass die eigentlich dicke Gelegenheit verpuffte (52.). Während die Augsburg schon nach einer knappen Stunde vier Wechsel vollzogen hatten, reagierten die Mainzer erstmals nach 62 Minuten. Für den ausgepowerten Silas kam Last-Minute-Neuzugang Sheraldo Becker in die Partie. Und der frische Mann sollte auch gleich zu seinem ersten Abschluss kommen: Über Amiri und Lee landete das Leder beim Angreifer, dessen erster Schuss im 05-Trikot das Gehäuse aus halblinker Position jedoch recht deutlich verfehlte (66.).

Würde eine solche Ehrung auch für Nadiem Amiri erfolgen können, wäre eines sicher: viele weitere Mainzer Bundesligajahre – und mindestens ein Titel in der Vereinsvitrine.

Die Gäste taten sich trotz der vielen Wechsel schwer nach Wiederbeginn, zurück in die Partie zu finden und kamen erst in der 69. Minute mal wieder zu einem Abschluss, doch Batz war gegen Claude Maurice zur Stelle. Richtig kräftig durchatmen mussten die Mainzer dann mit Anbeginn der Schlussphase, als Kömür plötzlich frei vor dem 05-Tor auftauchte, aber an einem klasse Reflex von Batz scheiterte, der den Ball ans Außennetz lenkte (77.). Auf den kleinen Schockmoment hatte das Fischer-Team aber die prompte Antwort parat:

Amiri setzte sich im FCA-Sechzehner gegen Kade durch, der sich nur durch ein Foulspiel zu helfen wusste. Schiedsrichter Ittrich blieb diesmal gar keine andere Wahl, als auf den Punkt zu zeigen. Der Gefoulte trat selbst an, überwand Dahmen zum Zweiten und machte sich spätestens jetzt zu einem 1-A-Kandidaten für die Wahl zum Spieler des Spiels. Ein echter Konkurrent für den 05-Regisseur sollte sich auch in der Schlussphase nicht mehr herauskristallisieren. In der 95. Minute wäre ausgerechnet Routinier Bell fast noch sein dritter Treffer im Jahr 2026 gelungen.

Doch der Abwehrspieler scheiterte mit seinem präzisen Schuss nach Ablage Danny da Costas an einem Reflex von Dahmen. Es sollte die letzte nennenswerte Aktion der Partie bleiben, in der sich die Mainzer den Heimsieg vor allem nach der Pause verdient hatten. Dank des dritten Dreiers in Serie schraubt der FSV sein Punktekonto nach nun 21 Partien auf 21 in die Höhe und verlässt vorerst auch die Abstiegsränge. Am kommenden Fastnachtsfreitag (13.2.2026 um 20:30 Uhr) sind die Mainzer beim BVB zu Gast. Genau eine Woche später (20.2.2026) gastiert der Hamburger SV in der MEWA ARENA (für diese Partie sind nur noch wenige Restkarten erhältlich).

Quelle und Bilder: FSV Mainz 05