Das Wort Elterntaxis taucht in der Mitteilungsvorlage der Stadt Vorlage mit der Drucksachennummer 26/133 zu diesem Punkt nicht auf. Ist aber ein Teil der kommunalpolitischen Motivation. Weil trotz aller Überzeugungsarbeit immer noch ein großer Teil auch der Eltern der im Lina-Hilger-Gymnasium unterrichteten Schüler*Innen nach wie vor Eltern-Taxis für eine gute Lösung hält. Und ihre Kinder am Liebsten bis in den Klassenraum mit dem Auto fahren würden, um diese vor Eltern zu schützen, die deren Kinder zum Schutz vor rücksichtslosen Eltern, die ihre Kinder am Liebsten bis in den Klassenraum mit dem Auto fahren würden.

Wohlgemerkt. Das Problem sind – wie so oft – die Eltern. Weniger die Kinder. In der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) am gestrigen Mittwochabend stellte die Stadtverwaltung nun ihre Lösung für das Problem in der Gustav-Pfarrius-Strasse vor: „die mittlere Spur für die Pkw soll von der Ringstraße bis zur Konrad-Frey-Straße entfernt werden (kein Pkw-Verkehr mehr mit Ausnahme der Anwohner in diesem Bereich, Busspur soll für Radfahrer freigegeben werden)“, steht wörtlich in der Mitteilungsvorlage. Im Ausschuss hinterfragt wurde diese Maßnahme nicht. Eingestuft ist das Projekt von der städtischen RAD AG wie folgt:

„Priorität: sehr hoch; Umsetzungsstand: Konzept, Planung liegt vor“. Was das praktisch bedeutet, erläutert Oberbürgermeister Emanuel Letz (FDP), der die Vorlage persönlich unterzeichnet hat, schriftlich so: „aus der Anlage 1 ist auch ersichtlich, dass einige der Maßnahmenvorschläge bereits umgesetzt wurden bzw. sich aktuell in Umsetzung befinden. Seitens der Verwaltung werden die sonstigen vorgeschlagenen Maßnahmen weiterverfolgt und im Zusammenhang mit erforderlichen Sanierungen/ Ausbaumaßnahmen berücksichtigt“. Nicht nur für die Eltern-Taxis am Morgen, sondern vor allem für den Feierabendverkehr bedeutet diese Regelung erhebliche Einschnitte.

Wer bisher aus dem westlichen Teil der Ringstrasse über die Gustav-Pfarrius-Strasse Richtung Innenstadt / Bad Kreuznach Nord / B 41 / Rüdesheim fährt, um den gerade nachmittags und am frühen Abend oft geschlossenen Bahnübergang Rheingrafenstrasse zu vermeiden, muss künftig den Umweg über die Alzeyer Strasse, den ohnehin überlasteten Fleischhauer Kreisel und dann über die Lämmerbrücke (Nord-Süd-Trasse) oder die Bosenheimer Strasse fahren. Im Feierabendverkehr bedeutet dies einen Zeitverlust von mindestens 15 Minuten. Von der Abgas-Zusatzbelastung durch den nach wie vor sehr hohen Verbrenneranteil im motorisierten Individualverkehr ganz abgesehen.
