Aufgespiesst: Vorlage Merkelbach, Sassenroth schließt ab

Angesichts von mittlerweile neun Faktionen im Rat der Stadt Bad Kreuznach (eine in der Stadtgeschichte bisher nie erreichte Anzahl) liegt von außen betrachtet der Verdacht nahe, es mangele an Zusammenarbeit. Eine erfreulicherweise in vielen Fällen nicht zutreffende Unterstellung. Der große Teil der Sachabstimmungen erfolgt einstimmig. Und auch in Verfahrensfragen, das hat die Stadtratssitzung am vorgestrigen Donnerstagabend (29.1.2026) gezeigt, findet interfraktionelle Kooperation statt.

Trotz Aufteilung der Stadtratsmitglieder in mittlerweile neun Fraktionen fallen viele der Entscheidungen einstimmig.

Mehrere Dutzend Punkte standen auf der ungewöhnlich langen, allein vom Oberbürgermeister festgesetzten amtlichen Tagesordnung. Das Planiger Stadtratsmitglied Gerhard Merkelbach (Faire Liste), der sich zur arbeitenden Bevölkerung zählt, morgens früh aufsteht und aus diesem Grund schon seit Jahren auf zeitige Sitzungsenden der kommunalen Gremien pocht, meldete sich daher schon zu Sitzungsbeginn zu Wort. Und forderte die Beendigung der Stadtratssitzung um 22 Uhr. Der Oberbürgermeister und andere Ratsmitglieder widersprachen dem.

Auch mit dem Hinweis auf eine Vielzahl entscheidungsbedürftiger Punkte im nichtöffentlichen Teil. Mit dem OB einigte sich Merkelbach dann darauf, dass im Verlauf der Sitzung auf seinen Antrag zurückgekommen wird. Weil Emanuel Letz seine eigene Zusage auch gegen 21 Uhr noch nicht eingelöst hatte, meldete sich Alfons Sassenroth (CDU) zu Wort, erinnerte an den Merkelbach-Antrag und schlug die Vertagung der schriftlichen Anfragen auf die Tagesordnung der Februar-Sitzung vor. Dem folgte der Stadtrat nach Abarbeitung der mündlichen Anfragen einstimmig.