Emanuel Letz (FDP) wollte sich sicher nicht an die AfD-Fraktion ranwanzen. Das zeigt schon sein Gesichtsausdruck. Aber seit dem vergangenen Donnerstag (29.1.2026) darf er durchaus als deren Glücksfee bezeichnet werden. Denn drei von vier von ihm persönlich vollzogenen Losentscheidungen im Zusammenhang mit der Neubesetzung städtischer Gremien gingen zugunsten der AfD aus. Die gemeindeordnungskonforme Verlosung war erforderlich geworden, weil bei vier Wahlen auf die Wahlvorschläge von Grünen und AfD gleich viel, nämlich sechs Stimmen entfallen waren.

Bei der AfD keine Überraschung, denn sie verfügt über sechs Stadtratsmitglieder. Die fünfköpfige Grüne Fraktion war von Jürgen Locher (Linke) unterstützt worden. Und kam so auf die selbe Stimmenzahl. Die Verlosung erfolgte in der Weise, dass zwei gleiche, weiße Plastikkugeln mit je einem Zettel gefüllt wurden. Auf einem stand Grüne auf dem anderen AfD. Jürgen Cron, der Leiter des Amtes für Kommunales und Öffentlichkeitsarbeit, packte diese in eine kleine Holzkiste, schüttelte diese kräftig durch, öffnete diese danach und ließ den Oberbürgermeister eine der Kugeln herausnehmen und öffnen.

