50-Meter-Becken im Salinenbad ist „baulich und technisch abgängig“

Es ist erst sechs Jahre her, da wurden rund 17 Millionen Euro Steuergeld für das Salinenbad ausgegeben. Jetzt stellt sich heraus, dass damals eine wichtige Investition versäumt wurde: die Sanierung bzw der Neubau des Schwimmer-Beckens. Laut einer Beschlussvorlage, die heute im Stadtrat behandelt wird, fallen für die nötigen Maßnahmen geschätzte Gesamtkosten von brutto 2.073.679 Euro an. Geld, das weder im Defizit-Stadthaushalt noch bei der 100%igen Stadttochter BAD GmbH zur Verfügung steht. Sportdezernent Markus Schlosser schlägt daher vor, dass die Stadt am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ teilnimmt.

Das Tourismusbeitrag-so-nicht.de-Archivbild vom April 2020 beweist: an der Beckenfolie wurde nicht gearbeitet. Das neue Hallenbad (links) befand sich damals noch in der ersten Phase des Rohbaues.

Aus diesem Topf könnten bis zu 45 % der förderfähigen Gesamtausgaben zugeschossen werden. Was bedeutet: die Stadt muss selbst im Förder-Fall einen Millionenbetrag selbst aufbringen. Der entsprechende Beschluss soll in der Sitzung des Stadtrates am heutigen Donnerstag (29.1.2026) gefasst werden (Drucksachennummer 26/073). Ob die Stadt aus dem Bundestopf in Höhe von 333 Millionen Euro tatsächlich Geld bekommt, ist vollkommen offen. Und angesichts der Projekt anderer Städte eher unwahrscheinlich. Rein mathematisch stehen der Stadt in der Relation zur Einwohnerzahl (die kein Vergabekriterium ist) lediglich rund 216.000 Euro zu.

Die Notwendigkeit der Sanierungsmaßnahme belegt die Stadtverwaltung mit einer Machbarkeitsstudie („Sanierung 50 m Becken im Salinenbad, Stand 12.1.2026“. Darin heißt es: „das 50-Meter-Becken wurde im Zuge der Umsetzung des Salinenbades als Hallenbad und der Sanierung des Nichtschwimmerbeckens 2021 nicht saniert und befindet sich weiterhin im ursprünglichen Bestand. Die damaligen Baumaßnahmen umfassten den Neubau des Hallenbades und die Erneuerung angrenzender Freibadbereiche, wodurch die technischen Anlagen des Freibades an das neue Hallenbad angebunden wurden. Das 50-Meter-Becken blieb davon unberührt und ist bauliche und technische abgängig“.

Aus den betrieblichen Erfahrungen und bei den jährlichen Wartungen haben Ablösungen und Schädigungen im Bestandsbeton unter den bestehenden Folien gezeigt. In der Zusammenfassung steht: „Das 50-Meter-Becken weist aufgrund von Betonschäden und veralteter technischer Anlagen einen umfassenden Sanierungsbedarf auf. Die geplanten Maßnahmen ermöglichen eine Sanierung der Beckenkonstruktion eine Erneuerung der Beckenauskleidung sowie der Anbindung an die Schwall- und Reinwasserleitungen. Sanierung der Beckenkonstruktion, die Sicherstellung der Beckengeometrie und die Modernisierung der Badewassertechnik ohne wesentlichen Eingriff in die bereits umgesetzten Maßnahmen.

Die besonderen Rahmenbedingungen des Standortes im Salinental, die Lage im Überschwemmungsbereich sowie die Einbindung in die bestehende Freibadstruktur sind bei Planung und Umsetzung zu berücksichtigen. Im nächsten Schritt wird empfohlen, eine vertiefte Bestandsuntersuchung sowie eine technische und konstruktive Planung zu erarbeiten, um darauf basierend eine belastbare Kosten- und Terminplanung erstellen zu können“. Konkret bedeutet: es kann auch wesentlich teurer werden. Allein für die Planung des Projektes wird in der Machbarkeitsstudie ein Zeitrahmen von „etwa 14 Monaten“ benannt. Die Baudurchführung soll weitere acht Monate dauern.