Projekte des Europäischen Sozialfonds im Kreisgebiet

Den Langzeitleistungsbezug reduzieren bzw. verhindern und einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung von Armut in Rheinland-Pfalz leisten, darum geht es bei verschiedenen Förderprojekten, die zum 1. Januar 2026 im Landkreis Bad Kreuznach in Kooperation mit starken Projektträgern gestartet sind. Bei den geförderten Projekten handelt es sich um „Bedarfsgemeinschaftscoaching“ in Kirn (IB Südwest gGmbH) und Bad Kreuznach (GFA GmbH), „Perspektiven eröffnen +“ (GFA GmbH), „JobAction“ (Service GmbH der HWK Koblenz) und „Frauen aktiv in die Zukunft“ (GFA GmbH) mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das Konzept „Bedarfsgemeinschaftscoaching“ ist hierbei zentral:

Es betrachtet nicht nur den einzelnen Teilnehmenden, sondern – wenn nötig – das gesamte soziale Umfeld, um Hemmnisse zu überwinden, die einer Arbeitsaufnahme im Wege stehen können. In zwei Terminen in der Woche wird kleinschrittig und individuell an Motivation und sozialer Stabilisierung gearbeitet. Kinder in der Bedarfsgemeinschaft werden, ggf. in Abstimmung mit den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, in die Unterstützung mit einbezogen. Von Langzeitleistungsbezug sind Frauen nach wie vor in besonderer Weise betroffen. Mittels Beratung, Coaching bzw. Qualifizierung soll die Beschäftigungsfähigkeit der Frauen erhöht werden.

Um Langzeitleistungsbezug zu reduzieren und aktiv in die Zukunft zu starten. Ein flexibler Teilnahmerahmen in Teilzeit berücksichtigt hier auch zeitliche Einschränkungen im Kontext der Kinderbetreuung. Zentrale Inhalte in diesem Projekt sind u. a. Stärkung der Alltagskompetenzen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Berufswegeplanung und finanzielle Bildung. Ergänzt wird das individuelle Coaching durch Kleingruppenformate, Workshops und Exkursionen. Ziel des Projektes „JobAction“ ist, die Ausbildungsfähigkeit durch die Aktivierung und Motivierung von jungen Menschen mit Vermittlungshemmnissen zu erhöhen.

Die Projekte sollen dazu beitragen, dass sich die jungen als wertvolles Mitglied der Gesellschaft wahrnehmen, das für das eigene (Berufs-)Leben Verantwortung übernimmt. Ein Schwerpunkt des Ansatzes liegt dabei auf der Motivations- und Projektarbeit. Nicht nur das Erkennen eigener Stärken, Schwächen und Interessen, sondern auch die Erweiterung der Frustrationstoleranz und Aneignung von Problemlösungsstrategien tragen zur positiven Persönlichkeitsentwicklung der teilnehmenden jungen Menschen bei. Die Arbeit in Projekten wie beispielsweise in den Bereichen Handwerk, EDV und IT oder Umwelt fördert Motivation und vermittelt erste Kenntnisse.

Mit dem Projekt „Perspektiven eröffnen Plus“ soll dem Langzeitleistungsbezug entgegengewirkt, digitale Kompetenzen gefördert und mittelfristig bis langfristig die Chancen auf eine Vermittlung in Arbeit erhöht werden. Damit einher geht die Absicht, die Zielgruppe auf die Herausforderungen der Transformation der Arbeitswelt vorzubereiten und damit nicht von den Entwicklungen abzuhängen. Diese Transformation ist geprägt von Digitalisierung und damit verbunden, neuen Kompetenzanforderungen in nahezu allen Berufsfeldern. In praxisorientierten Projektarbeiten sollen personale Kompetenzen genauso gefördert werden, wie eine positive bzw. bessere Selbsteinschätzung und Selbstwirksamkeitserwartung.

Weiteres Ziel ist die Sensibilisierung für gesunde Verhaltensweisen, um gesundheitliche Einschränkungen zu begegnen. Eine Situationsanalyse ist der Einstieg für alle Teilnehmenden in die Projekte. Darauf aufbauend folgt eine individuelle Förderplanung, die stetig gemeinsam mit den Teilnehmenden besprochen, verlaufsbezogen angepasst und weiterentwickelt wird. Allen Förderansätzen gemein ist zudem die obligatorische Lerneinheit „Europa und ich“. Joey Isted, Geschäftsführer des Jobcenters Bad Kreuznach begrüßt die Förderung:

„Ich bin sehr froh, dass wir als Jobcenter Bad Kreuznach mit der Förderzusage des Europäischen Sozialfonds Plus und der Kofinanzierung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz diese wichtigen Angebote für Leistungsbeziehende Menschen in der Grundsicherung im Landkreis durchführen können. Damit erhöhen wir die Entwicklungs- und Teilhabechancen der Menschen und verbessern die Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.“

Der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Kohl (SPD) ergänzt: „Die Projektförderung durch ESF+ und das Land gibt uns die Möglichkeit, Menschen ohne Arbeit, aber auch ihr Umfeld, in dieser besonderen Lebenssituation abzuholen, sie gut zu qualifizieren und ihnen Wege in den Arbeitsmarkt zu eröffnen.“ Die Finanzierung dieser wichtigen Projekte erfolgt durch Mittel des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) und des Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz, kofinanziert durch das Jobcenter Bad Kreuznach.

Quelle: Kreisverwaltung Bad Kreuznach