Rückblick auf den Winzenheimer Neujahrsempfang

Am vergangenen Sonntag (18.1.2026) fand in Winzenheim der dortige Neujahrsempfang statt. Für Ortsvorsteher Mirko Helmut Kohl war es in dieser Funktion wohl der letzte. Denn Kohl tritt nach rund 12 Jahren an der Ortsbezirksspitze am 1.5.2026 sein neues Amt als zweiter Beigeordneter der Stadt Bad Kreuznach an. Und hat daher in seiner Rede auch die in dieser Zeit gemachten Erfahrungen zusammengefast. Aus diesem Grund zitieren wir nachstehend die relevanten Teile daraus:

Der Saal im Bürgerhaus war wieder einmal voll besetzt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir kommen heute wieder zu unserem Neujahrsempfang in Winzenheim, in unserer „Guud Stubb“, zusammen. Der diesjährige Neujahrsempfang steht ganz bewusst im Zeichen des Austausches und der Gespräche! Im letzten Jahr hat sich viel verändert … sei es in der Welt, sei es hier vor Ort oder im ganz persönlichen Bereich. Besonders traurig sind die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt. Sicherlich eine sehr beunruhigende Entwicklung. Für einige Menschen von uns haben sich Änderungen in der Familie, im Freundeskreis oder im Berufsleben ergeben.

Es gab positive und schöne Momente, z.B. durch Zuwachs in der Familie oder berufliche oder ganz persönliche Erfolge. Für einige Menschen ist der Rückblick mit schmerzlichen Erinnerungen und dem Verlust lieber Menschen verbunden. Ob mit Blick auf die Welt, auf unser Land oder unser ganz enges Umfeld: Wir spüren alle die Veränderungen im Zusammenleben und erinnern uns gerne an Menschen, die in unserer Gemeinschaft eine große Lücke hinterlassen. An dieser Stelle möchte ich dem kürzlich verstorbenen Landtagsabgeordneten Michael Simon (SPD) gedenken.

Mirko Helmut Kohl.

Er war regelmäßig in Winzenheim unterwegs und in den vergangenen Jahren auch immer Gast unseres Neujahrsempfanges. Ich bitte Sie nun sich von Ihren Plätzen zu erheben, um Michael Simon zu gedenken. … Vielen Dank. Meine sehr verehrten Damen und Herren, schauen wir in der Rückschau auf das Jahr 2025 in Winzenheim. Aus meiner Sicht kann ich sagen, die Arbeit im vergangen Jahr war wieder sehr interessant, abwechslungsreich, verantwortungsvoll und erfolgreich. Die Arbeit im OBR verläuft sehr sachlich und wir arbeiten parteiübergreifend sehr gut zusammen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Mitglieder des Ortsbeirates sowie meine beiden Stellvertreter.

Besonders an Peter Butzbach für die dauerhafte tolle Unterstützung! An dieser Stelle bitte ich die anwesenden Mitglieder des OBR sich mal kurz von Ihren Plätzen zu erheben, damit die Gesichter (besonders vielleicht für die anwesenden Neubürger) bekannt werden. Einen großen Dank an alle, die in Winzenheim Gemeinschaft gelebt haben, besonders an die engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürger (für Ideen, Anregungen und aktive Mitarbeit) und den Ortsvereinen / Institutionen (die sich in gewohnter Weise zum Wohl unserer Gemeinschaft eingebracht haben).

Landesjustizminister Fernis durfte sich als Erster ein Stück von der Neujahrsbretzel nehmen. OB Letz (rechts) kam als Zweiter dran.

Ebenfalls ein Dankeschön an den Stadtvorstand (Oberbürgermeister Emanuel Letz, Bürgermeister Thomas Blechschmidt und dem Beigeordneten Markus Schlosser) sowie auch immer den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Gerade in den Stadtteilen wird sehr viel Ehrenamt gelebt und dieses gilt es weiterhin zu fördern und zu unterstützen. Als Beispiel für die gute Gemeinschaft nenne ich gerne die vor kurzem stattgefundene Tannenbaumaktion. Hier wurde in einer beispielgebenden Gemeinschaftsaktion mit Beteiligung der örtlichen Winzer, des Heimat- und Technikvereins, der Feuerwehr, des Motorradclubs und engagierter Bürger wieder ein stolzer Betrag von 1.346,20 EUR gesammelt.

Besonders freut mich immer, wie positiv die Helfer an den Haustüren empfangen und teilweise verköstigt werden. Die gesammelten Geldspenden kommen auch in diesem Jahr wieder Winzenheim zu Gute. Als nächste größere Gemeinschaftsaktion steht der Frühjahrsputz im April an. Die großen und nachhaltigen Investitionen der Gemeinde in den letzten Jahren für unseren Ort kennen Sie. Die bescheidenen Mittel aus dem Ortsteilbudget konnten 2025 wie folgt verwendet werden:

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner kam mit einer Videobotschaft zu Wort.

Unterstützung der Tannenbaumaktion, Durchführung des Neujahrsempfang und der Kirmes, Dank für die Helfer beim Frühjahrsputz, Pflanzaktion der Kita Sozialarbeit, Weihnachtsbaum mit Zubehör und Transport, Instandsetzung der Lautsprecheranlage, Glasdecorfolie, Spülmaschine und ein Schild für das Bürgerhaus, Schmuck für unseren Weihnachtsbaum, Unterstützung der Kita´s und der Grundschule am Honigberg. Was erwartet uns im Jahr 2026? Welche Maßnahmen stehen an, sind gewünscht, welche positiven Entwicklungen tragen Früchte?

# Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr (PKW, Fahrrad, Gehwege – insbesondere Schulwege, Tempo 30 und vom OBR geforderte Fußgängerüberwege in der Bretzenheimer Straße sowie der Waldalgesheimer Straße)
# Umsetzung der längst zugesagten Behindertentoilette in unserem Bürgerhaus
# Sanierung der Straßenoberfläche – Heddesheimer Straße
# Brandschutzmaßnahmen an unserer Grundschule
# neue Buswartehalle in der Bretzenheimer Straße

Soweit die konkreten Planungen in Winzenheim. An dieser Stelle möchte ich aber auch mal einige unschöne Dinge vor Ort ansprechen. Schrecklich war die Angst und Unsicherheit in diesem Jahr durch die Schüsse und Knallgeräusche in Winzenheim. Was denken sich nur Menschen, wenn sie auf einen Linienbus schießen? Wahrscheinlich nicht viel. Hier danke ich der örtlichen Polizei, die schnell reagiert hat und mit der eine gute Zusammenarbeit erfolgte. Ebenfalls für mich komplett unverständlich sind die illegalen Müllentsorgungen. Ich kann immer nur den Kopf schütteln, wenn ich montags den komplett vollen Anhänger unseres Gemeindearbeiters sehe.

Schlimm ist auch der Vandalismus: zerstörte neu gepflanzte Bäume, zugeklebte und nicht mehr lesbare Verkehrsschilder, herausgebrochene Pfosten und Straßenschilder, beschädigte Buswartehallen. Und, meine sehr Damen und Herren, vielleicht sollten wir ernsthaft mal über die Kultur nachdenken, wie wir ein neues Jahr beginnen. Müssen Menschen sich gegenseitig mit Raketen beschießen und sich Böller nachwerfen? Muss man dann damit bereits zwei Tage vorher anfangen? Muss man den Dreck und den Müll einfach auf dem Gehweg bzw. der Straße liegen lassen, so dass kein Fußgänger mehr gehen und teilweise kein Auto mehr fahren kann?

Vielleicht sollten wir uns mal die Natur, die Tiere, die Gesundheitskosten und die Luftverschmutzung vor Augen führen und über verantwortungsvolle Alternativen nachdenken. Hierzu ein Zitat vom Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt: „Es hat nichts mit Verbotskultur zu tun, sondern zeugt von der Einsicht einer reifen Gesellschaft, etwas Gefährliches zu lassen.“ Nach meiner Überzeugung müssen wir bei allem, was wir tun, wieder stärker für Werte einstehen und diese aktiv leben: Verständnis und Respekt, Toleranz, Wertschätzung im Umgang miteinander, Aufrichtigkeit und Klarheit in der Sache sind wichtiger denn je.

Gegenüber den großen Herausforderungen wie den Kriegen, und Klimaveränderungen fühlen wir uns vielleicht machtlos. Aber wir haben in unserer Demokratie eine Stimme, mit der wir sorgfältig auf allen Ebenen mitbestimmen – sei es aktuell bei der anstehenden Landtagswahl, aber auch der Wahl zum/zur neuen Ortsvorsteher/Ortvorsteherin hier in Winzenheim. An dieser Stelle erlauben Sie mir ein paar persönliche Worte: Bedanken darf ich mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen, das mir als Ortvorsteher seit 2014 entgegengebracht wurde. Vieles konnte ich mit Engagement und einer gewissen Hartnäckigkeit erreichen.

Der Zuspruch bei den fast täglichen Hausbesuchen hat mich sehr gefreut und die Erfahrungen waren sehr lehrreich, viele Menschen lernte ich in ganz vielfältigen Lebenssituationen kennen – teilweise stimmte mich das aber auch sehr nachdenklich. Winzenheim liegt mir sehr am Herzen und deswegen gehe ich ab dem 1. Mai 2026 auch mit einem weinenden Auge. Sehr freue ich mich aber zugleich auf die neue Herausforderung und Winzenheim bleibe ich mit meinem Wohnort, aber auch mit Rat und Tat treu. Stolz macht mich zugleich das Vertrauen des Stadtrates und der vielen Fraktionen, die mich unterstützt haben.

Aber auch die vielen positiven Rückmeldungen und Glückwünsche aus der Bevölkerung haben mich sehr gefreut und bestätigt auf meinem Weg. Der Verwaltung, dem Stadtrat und damit allen Bad Kreuznacher Mitbürger*innen gilt dann mein Fokus als Teil der Verwaltung und ausführendes Organ – besonders in den Bereichen: Ordnung, Jugend, Soziales, Schule, Kultur und Sport. Ich freue ich mich auf ein lebendiges Jahr 2026 mit vielen Möglichkeiten der Diskussion, des Austauschs und des Zusammenseins und wünsche uns Allen gutes Gelingen, ganz persönlich alles Gute, Glück und vor allem Gesundheit“.