Mit dem zweiten Heimsieg in diesem Jahr sammelte der FSV Mainz 05 am gestrigen Samstagnachmittag (24.1.2026) drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Durch das 3:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg wurde die Tuchfühlung zum unteren Tabellenmittelfeld hergestellt. Die frühe Gäste-Führung durch Mohammed Amoura (3.) konterten nach der Pause Phillip Tietz (6.) – er war vor der Pause (22.) noch aus elf Metern gescheitert -, Stefan Bell (73.) sowie Matchwinner Nadiem Amiri (83.), der beim zweiten Strafstoß der Begegnung cool blieb und die Entscheidung besorgte. Für die Gäste war das Endresultat nach einer Mainzer Chancenflut schon im ersten Durchgang noch schmeichelhaft.

Zwei Veränderungen hatte das 05-Trainerteam gegenüber der Niederlage in Köln vorgenommen. Für Kacper Potulski rückte Neuzugang Stefan Posch in die erste Elf, während Benedict Hollerbach nach überstandener Erkrankung für Silas begann. Einen Start zum Vergessen erlebten die 05ER, wie schon in der Vergangenheit so oft, gegen die Wölfe, die in den ersten Minuten fokussierter wirkten. So dauerte es keine 180 Sekunden, bis Daniel Batz hinter sich greifen musste: Sael Kumbedi hatte Silvan Widmer auf dem linken Flügel stehen lassen, flach vors Tor geflankt, wo Amoura nur noch den Fuß hinhalten musste, um das Leder aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken – 0:1 aus Mainzer Sicht (3. Spielminute).

Ein bitterer Rückschlag, auf den die Rheinhessen schnell die passende Antwort hätten geben müssen. Tietz erlief einen zu kurzen Rückpass von Aaron Zehnter, steuerte allein auf Kamil Grabara zu, konnte diesen aus halbrechter Position und spitzem Winkel aber nicht überwinden (5.). Mit dem Torhüter sollte er es an diesem Nachmittag noch häufiger zu tun bekommen. Denn vom Wolfsburger Druck war anschließend nicht mehr viel zu sehen. Zunächst spielte sich das Geschehen noch weitestgehend im Mittelfeld ab, spätestens ab Minute 20 aber spielte nur noch ein Team.

In ebenjener zeigte Daniel Siebert erstmals auf den Punkt, nachdem Vinicius Souza Jae-sung Lee im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Neuzugang Tietz übernahm aus elf Metern die Verantwortung, doch Grabara reagierte stark und klärte zur Ecke (22.). Im Anschluss an den Fehlschuss landete ein Kopfball Bells über dem Tor (23.). Der FSV war drauf und dran, sich in dieser Partie mindestens den Ausgleich zu verdienen. Nach knapp einer halben Stunde sorgte eine Flanke da Costas von rechts für Gefahr. Im Zentrum machten Tietz und Bell das Leder für Hollerbach scharf, der aus fünf Metern völlig freistehend am VfL-Spieler des ersten Durchgangs, Grabara, scheiterte (30.).

Vom Glück verfolgt war der FSV in dieser Phase wahrlich nicht. Zunächst landete Tietz Versuch aus 20 Metern abgefälscht einen Meter neben dem Tor (36.). Und nur zwei Minuten später tauchte der Angreifer erneut in aussichtsreicher Position auf, als er in eine Freistoß-Hereingabe Paul Nebels grätschte, aber ein weiteres Mal im Wolfsburger Keeper seinen Meister fand (38.). Der FSV tat hier längst eindeutig mehr fürs Offensivspiel als die abwartenden Gäste. In Minute 40 flankte Widmer, allerdings wenig druckvoll, so dass Hollerbach das Leder per Kopf nicht aufs Tor brachte.

Spätestens in der vierten Minuten der Nachspielzeit sorgte der letzte Angriff vor der Pause für sprachlose Mainzer. Da Costa hatte von der Grundline auf Hollerbach zurückgelegt, der zwar Grabara überwand, dem aber Denis Vavro zur Hilfe kam und auf der Linie mit dem Fuß klärte (45.+4). Die Führung der Gäste beim Gang in die Katakomben hätte schmeichelhafter fast nicht ausfallen können. Unverändert kehrten beide Teams zurück auf den Rasen, auf dem es aber nun erst einmal ereignislos zuging. Nennenswerte Torabschlüsse blieben bis zur 60. Minute jedenfalls Mangelware. Dies sollte sich kurz darauf allerdings schlagartig ändern.
Nebel brachte einen Freistoß mit Zug aufs Tor, wo Grabara in einer unübersichtlichen Situation die Übersicht behielt und den ersten Einschlag ein weiteres Mal verhindern konnte (61.). In Minute 65 dann die ersten 05-Wechsel: Der unter der Woche noch leicht erkrankte Amiri ersetzte Nebel und Phillipp Mwene kehrte nach fast zweimonatiger Verletzungspause zurück auf den Platz. Es sollten Wechsel sein, die nicht lange brauchten, um ihre Wirkung zur entfalten. Denn Amiri sollte nur zwei ruhende Bälle brauchen, um das Spiel zu drehen.
Erster Nutznießer war Tietz, dem in der 68. Minute per Kopf sein erstes Tor als 05ER gelang – die Erleichterung war dem Angreifer anzusehen. Und nur fünf Minuten später war es Bell, für den Hollerbach im Zentrum den Ball nochmal scharf gemacht hatte, bevor der Verteidiger das Leder aus vier Metern über die Linie drückte – 2:1 (73.). Die Mainzer waren längst wieder das klar tonangebende Team und drückten auf die Entscheidung. Nach 77 Minuten landete eine Flanke Hollerbachs von rechts auf dem Querbalken, und sechs Minuten später war es dann Amiri höchstpersönlich, der per verwandeltem Handelfmeter fürs 3:1 sorgte (83.)!
Zuvor hatte Dzenan Pejcinovic einen Bell-Kopfball im Strafraum mit der Hand abgewehrt und Siebert sich nach Sichtung der Videobilder für den zweiten Mainzer Strafstoß in der Partie entschieden. Der Rest der Schlussphase glich dann einem Schaulaufen, schließlich hatte sich der FSV in der MEWA ARENA schon lange nicht mehr so klar auf der Siegerstraße wie in diesen verbleibenden Minuten. Und an der Festtagsstimmung sollte sich auch während der siebenminütigen Nachspielzeit nichts mehr ändern für alle Mainzer unter den 30.000 Fans im Stadion.
Der zweite Heimdreier in Folge war hochverdient und beschert dem FSV nach 19 Partien und 15 Zählern nun Relegationsrang 16, der vor nicht allzu langer Zeit noch außer Reichweite zu sein schien. Am kommenden Wochenende reisen die 05ER am Samstagnachmittag (15:30 Uhr) nach Leipzig, bevor genau eine Woche später der FC Augsburg zum Fastnachtsspieltag 2026 in der MEWA ARENA zu Gast sein wird.
Quelle und Bilder: FSV Mainz 05
