Dieses Angebot hat viele in und um Bad Kreuznach neugierig gemacht. Die Stadtwerke bieten jetzt neben Gas, Strom und Trinkwasser auch ein Finanzprodukt an. Zwischen 1.000 und 25.000 Euro können Privatinvestoren für 3,5% anlegen (tourismusbeitrag-so-nicht.de berichtete). Eine Frage, die gleich mehrfach an die Redaktion herangetragen wurde: „was ist ein Nachrang-Darlehen?“. Die Stadtwerke selbst haben das in ihrer Presseerklärung nicht erklärt. Aber beispielsweise die Stiftung Warentest gibt Aufklärung: „was macht eine solche Vermögensanlage für Anlegende so riskant?

Wird Privatpersonen eine Vermögensanlage mit ungewöhnlich hohen Zinsen angeboten, handelt es sich oft um Nachrangdarlehen. Diese funktionieren im Grunde wie klassische Darlehen: Jemand verleiht Geld für einen bestimmten Zeitraum und erhält dafür Zinsen. Am Ende der Laufzeit bekommt er das Kapital zurück. Der Name der Anlageform weist aber schon auf den Hauptunterschied zu klassischen Darlehen hin: Wenn es Probleme gibt, werden die Geldgeber „nachrangig“ behandelt. Im Ergebnis gehen sie meist leer aus, weil erst einmal alle anderen „bedient“ werden.
Grundsätzlich können sich Darlehensgeber nie sicher sein, dass ihr Schuldner seine Verpflichtungen erfüllt. Nimmt etwa eine Firma einen klassischen Kredit bei ihrer Bank auf und wird vor der Rückzahlung insolvent, muss sich auch die Bank auf einen Ausfall einstellen. Am Ende des Insolvenzverfahrens erhält sie aber oft zumindest einen Teil wieder. Die Forderungen aus Nachrangdarlehen kommen aber erst dann an die Reihe, wenn vorher alle vorrangigen Gläubiger komplett bedient wurden. Das sind dann nicht nur Banken, sondern etwa auch Lieferanten mit offenen Rechnungen.
Meist reicht die Insolvenzmasse nicht einmal dafür aus“. Der frühere Stadtwerke-Geschäftsführer Christoph Nath hatte mehrfach auf finanzielle Probleme des Stadtkonzerns hingewiesen. Und auch das böse Wort „Insolvenz“ verwendet. Allerdings nicht bezogen auf die Stadtwerke. Sondern auf die städtische Problemgesellschaft Bad GmbH. Die besitzt und betreibt das Salinenbad, die crucenia thermen und das Bäderhaus. Alle drei Einrichtungen schreiben seit dem ersten Öffnungstag rote Zahlen.
