Werner Lorenz: „6 Hektar sind nicht so viel“

Oberbürgermeister Emanuel Letz (FDP) unterstützt den Plan der Basalt AG, den Steinbruch Traisen auf das Gebiet der Stadt Bad Kreuznach auszuweiten. Auch wenn dafür über sechs Hektar Stadtwald und der Boden, auf dem dieser steht, entfernt werden müssen. In einer Präsentation, die am Dienstag dieser Woche (20.1.2026) im Grundstücksausschuss gezeigt wurde, aber leider nicht zum Nachlesen auf der Stadtseite veröffentlicht ist (Stand: 22.1.2026 um 9 Uhr) weisen die Steinbruchbetreiber darauf hin, dass es sich dabei nur um 0,559% der Gesamtfläche des Stadtwaldes handelt. Stadtratsmitglied Werner Lorenz (FDP) bestärkte diese Argumentation.

Quelle: Basalt AG

Zunächst in Form eines Zwischenrufes. Später mit einer Wortmeldung, in der er feststellte: „6 Hektar sind nicht so viel“. Während andere Ausschussmitglieder angesichts dieser Aussage raunten und staunten, gabs von Hermann Bläsius (Grüne) dazu einen konkreten Widerspruch. „Deine Weinberge sind ökologisch nicht halb so wertvoll, wie dieser Wald“. Trotzdem würde Lorenz protestieren, wenn diese platt gemacht würden. Mehr Mühe als sein Parteifreund bezogenen auf sachbezogene Argumente für eine Steinbruch-Erweiterung machte sich FDP-Ausschussmitglied Michael Hübner. Er hatte sich beim Steinbruch in Neu-Bamberg erkundigt, wie lange dort noch abgebaut werden kann.

Liefergebiet für das Material aus dem Traisener Steinbruch. Quelle: Basalt AG

Und befürchtet bei einer Nichterweiterung von Traisen aufs Stadtgebiet, dass die dortige Steingewinnung schneller ermüdet. Und dann längere Transportwege erforderlich werden, deren Kosten an die Verbraucher weitergegeben würden. Norbert Welschbach (CDU) erinnerte daran, dass auf dem Kauzenberg auch zu schützende Wasserbehälter stehen. Die Vertreter der Basalt AG stellten dazu fest, dass sie „bis auf 20 Meter“ an diese Hochbehälter heran sprengen dürfen. Ausschussmitglied Jeanette Schnorrenberger (Faire Liste) sprach sich für die Steinbruch-Erweiterung aus, um damit „ein positives Zeichen zu setzen“.

Die Beratung über die Erweiterung jetzt ermögliche eine rechtzeitige Entscheidung. Auch sie warnte vor höheren Transportkosten und steigenden Preisen für Bauherren. Dem Hinweis der Steinbruch-Betreiber, es würden für die über sechs Hektar abgeholzten Wald Ausgleichsflächen entstehen, widersprach Hermann Bläsius (Grüne). Er stellte fest, dass Wald als Ausgleichsfläche im Stadtgebiet in den vergangenen Jahrzehnten noch nie großflächig neu angelegt worden sei. Und die Stadt auch über entsprechend geeignete Grundstücke gar nicht verfüge. Bezüglich des vom Revierförster behaupteten Bereiches „Hungriger Wolf“ fragte das Winzenheimer Stadtratsmitglied: „wo da?“ Ohne eine Antwort zu erhalten …