Über die Verhältnisse an der Crucenia Realschule plus in Bad Kreuznach (früher: Ringschule) wird seit Ende November 2025 öffentlich gesprochen. Der Öffentliche Anzeiger berichtete von einer Überlastungsanzeige des Personalrates der Schule, die an das rheinland-pfälzische Bildungsministerium gerichtet war. Fazit des Brandbriefes: pädagogisch geregelter Unterricht ist an dieser Realschule plus nicht mehr möglich. Konkret heißt es in dem Schreiben: ein beträchtlicher Teil der Schülerschaft zeigt ein „zunehmend herausforderndes und passiv-aggressives Verhalten.

Respektlosigkeit, Aufsässigkeit, Aggressivität, Provokationen, Uneinsichtigkeit – nicht nur gegenüber Lehrkräften, sondern auch gegenüber Mitschüler∗innen“. Einige der Pennäler stellen demnach „eine ernsthafte Gefahr für die Schulgemeinschaft dar, sodass keine angstfreie Lernumgebung geschaffen werden kann“. Diagnostiziert wird eine „massive Störungen des Lern- und Sozialverhaltens“. Obwohl die beschrieben Umstände einen namhaften Teil der Bad Kreuznacher Stadtgesellschaft beschreiben, wurde das nun offenkundige Problem in den Gremien der Stadt nicht besprochen.
Mit Schreiben vom 18.1.2026 hat die AfD-Stadtratsfraktion Oberbürgermeister Emanuel Letz aufgefordert, das Thema in der Sitzung des Stadtrates am 29.1.2026 zu behandeln. Oder in einer Sondersitzung des Schulträgerausschusses. Zur Begründung führt die AfD aus: „Besorgniserregend sind die hohen Fehlzeiten und die zunehmende Schulverweigerung. Störungen im Unterricht beeinträchtigen die lernwilligen Schülerinnen und Schüler erheblich, wobei manche absichtlich zu spät kommen und kein Unterrichtsmaterial mitbringen. Die Lehrkräfte äußern ein Gefühl der Isolation, Überforderung und Hilflosigkeit“.
Der Antrag der AfD-Stadtratsfraktion im Wortlaut:
„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, die Stadtratsfraktion der AfD beantragt, folgende Anfrage gemäß der Geschäftsordnung auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung Stadtrates zu setzen. Sollte dies aus organisatorischen Gründen nicht möglich sein, beantragen wir vorsorglich eine Sondersitzung des Schulträgerausschusses zu diesem wichtigen Thema, da die nächste Sitzung laut Sitzungskalender erst am 18.3.2026 stattfinden wird.
Betreff: Lehrkräfte der Crucenia Realschule Plus in Bad Kreuznach haben einen Brandbrief wegen alarmierender Zustände verfasst. Daraufhin wurden zusätzliche Mittel, neues Lehrpersonal und Unterstützungsinitiativen angekündigt, um die Situation zu verbessern. Wie ist der aktuelle Sachstand in dieser Angelegenheit?
Begründung:
Bad Kreuznach zeichnet sich durch seine vielfältigen Kulturen und einen steigenden Ausländeranteil aus, was für die Schulen im Kreisgebiet, insbesondere an der Crucenia Realschule Plus, bedeutende Herausforderungen mit sich bringt. An dieser Schule lernen etwa 550 Schülerinnen und Schüler aus 37 Nationen. In Berichten des Öffentlichen Anzeigers und der Allgemeinen Zeitung wird von Feindseligkeiten und massiven Störungen berichtet, die die Lehrkräfte stark belasten. Der Personalrat beschreibt Schülerinnen und Schüler als „respektlos, aufsässig, aggressiv, provozierend und uneinsichtig“.
Besorgniserregend sind die hohen Fehlzeiten und die zunehmende Schulverweigerung. Störungen im Unterricht beeinträchtigen die lernwilligen Schülerinnen und Schüler erheblich, wobei manche absichtlich zu spät kommen und kein Unterrichtsmaterial mitbringen. Die Lehrkräfte äußern ein Gefühl der Isolation, Überforderung und Hilflosigkeit. In einem Bericht wird deutlich, dass viele Lehrkräfte gesundheitlich belastet sind. Die Allgemeine Zeitung berichtete am 16. Dezember 2025 über die belastenden Verhältnisse an der Crucenia Realschule Plus.
Es wird betont, dass es an gezielten Lösungen fehlt und dass das rheinland-pfälzische Bildungsministerium zusammen mit den Schulträgern Hilfe anbieten will, unter anderem durch mögliche Aufnahmestopps oder bauliche Veränderungen. Das Pädagogische Landesinstitut hat empfohlen, ein abgestimmtes Konzept zur Verbesserung des Schulklimas zu entwickeln, das eine Kultur der Wertschätzung und aktives Handeln fördern soll. Angesichts der geschilderten Probleme, die erhebliche Auswirkungen auf die Bildungsqualität sowie den Schulfrieden haben, besteht ein dringendes Informations- und Handlungsbedürfnis seitens des Stadtrates.
Es ist von höchster Wichtigkeit, den Stadtrat umfassend über die Situation zu informieren, um geeignete kommunale Unterstützungs- und Interventionsmaßnahmen erörtern und beschließen zu können. Es ist unser gemeinsames Ziel, die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte zu verbessern und den Schülerinnen und Schülern ein förderliches Lernumfeld zu bieten.
1. Könnten Sie den aktuellen Kenntnisstand bezüglich des Brandbriefs der Lehrkräfte in einem Verwaltungsbericht zusammenfassen und gegebenenfalls Zitate oder relevante Auszüge bereitstellen? Besteht die Möglichkeit, ggf. diese Informationen vertraulich zu behandeln?
2. Kann die Schulleitung einen Sachbericht zur gegenwärtigen Situation an der Crucenia Realschule Plus vorlegen, der spezifische Herausforderungen und Fortschritte darstellt?
3. Was ist die offizielle Position der Stadt Bad Kreuznach und des Bildungsministeriums hinsichtlich der aktuellen Problematik an der Schule? Gibt es bereits umgesetzte oder geplante Maßnahmen, die darauf abzielen, die Situation zu verbessern?
4. Kann jeweils ein Vertreter der Lehrerschaft sowie ein Elternvertreter angehört werden, um ihre Perspektiven und Erfahrungen bezüglich der aktuellen Herausforderungen an der Schule zu präsentieren?
5. Welche Überlegungen sprechen für einen potenziellen Aufnahmestopp an der Crucenia Realschule Plus? Welche positiven Auswirkungen sind aus Sicht der Schulträger und Entscheidungsträger in diesem Zusammenhang zu erwarten?
6. Wie sieht ein konkretes Konzept zur Gestaltung des Schul- und Klassenklimas aus, das auf wechselseitiger Wertschätzung basiert? Können Sie dies an realitätsnahen Beispielen oder bereits umgesetzten Initiativen an Schulen verdeutlichen?
7. Welche aktuellen Maßnahmen zur Konfliktbewältigung und Gewaltprävention sind bereits an der Crucenia Realschule Plus implementiert, und wie effektiv haben sie sich erwiesen?
8. Welchen Unterstützungspartnerschaften strebt die Schule an, um die sozialen Herausforderungen zu bewältigen, und welche Rolle spielen externe Organisationen oder Mentoren?
9. Wie wird die Schulgemeinschaft (Schüler, Lehrer, Eltern) in die Entwicklung und Umsetzung von Verbesserungsstrategien einbezogen? Gibt es bereits Initiativen zur Förderung von Dialog und Zusammenarbeit? Führen die Stadt und der Kreis Bad Kreuznach bereits Gespräche in dieser Angelegenheit, um diese Probleme in interkommunaler Zusammenarbeit zu lösen?
10. Welchen Einfluss haben die räumlichen Gegebenheiten (z. B. Raumgröße, Klassengröße) auf das Lernen und die Verhaltensweisen der Schüler, und gibt es konkrete Pläne zur Verbesserung dieser Gegebenheiten?
Mit freundlichen Grüßen Jörg Fechner AfD-Stadtratsfraktion Bad Kreuznach“
