Im April 2025 erhob PETA Klage gegen den Donnersbergkreis, nachdem der Landkreis angefragte Auskünfte zur Tierhaltung im Tierpark Donnersberg teilweise verweigert und sich auf Datenschutz sowie Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse berufen hatte. Vor dem Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße wurde am 11. Dezember 2025 gerichtlich festgehalten, dass die geforderten Informationen – soweit sie dem Landkreis selbst bekannt sind und nicht bereits im Rahmen des Gerichtstermins mitgeteilt worden sind – der Tierrechtsorganisation bis Ende Januar bereitgestellt werden müssen.

Auf dieser Grundlage wird PETA sowohl mögliche Verstöße gegen tierschutzrechtliche Vorgaben als auch das bisherige Handeln der Behörde prüfen. Die Tierrechtsorganisation hält an der Forderung nach einer Schließung des Zoos fest. Die Tiere sollen in anerkannten Auffangstationen und anderen geeigneten Einrichtungen untergebracht werden. „Es ist bedauerlich, dass der Kreis die tierschutzrelevanten Sachverhalte nicht von Anfang an im angeforderten Umfang mitteilte und es stattdessen auf ein Gerichtsverfahren hat ankommen lassen“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche.

„Sollten die Informationen Versäumnisse des Zoos oder der Behörden aufzeigen, werden wir weitere Schritte einleiten– denn noch immer müssen unzählige exotische Tiere in dem Privatzoo in tristen, kargen Käfigen ausharren. Wenn der Halter nicht in der Lage oder willens ist, etwaige Haltungsdefizite abzustellen, muss die Konsequenz sein, die Zoogenehmigung zu entziehen.“ Zum Hintergrund: von PETA veröffentlichte Aufnahmen vom Januar 2023 sowie vom September 2023 aus dem Tierpark in Rockenhausen zeigen „exotische“ Tiere in engen, maroden Gehegen – ein Hinweis darauf, dass die Vorgaben des „Säugetiergutachtens“ (BMEL, 2014) teils deutlich unterschritten wurden.

Fragen zu den Haltungsbedingungen hatte PETA im Januar 2024 bei der Kreisverwaltung Donnersbergkreis gemäß Landestransparenzgesetz Rheinland-Pfalz gestellt. Konkrete Informationen zu Gehegegrößen und zur Einhaltung der Vorgaben des „Säugetiergutachtens“ sowie detaillierte Angaben zu eingegangenen Tierschutzmeldungen, behördlichen Kontrollergebnissen und erteilten Auflagen wurden nicht im angeforderten Umfang offengelegt. Der Donnersbergkreis als zuständige Kontrollbehörde sollte Kenntnis darüber haben, unter welchen konkreten Bedingungen die Tiere gehalten werden.

In dem privat geführten Zoo nahe Kaiserslautern werden rund 200 Tiere zur Schau gestellt (Stand März 2024). Darunter Primaten, Kleinkatzen, Marderartige, Reptilien und Papageien. In einem Medienbericht suggeriert der Zoobetreiber, einige Tiere „aus schlechter Haltung gerettet“ zu haben, gleichzeitig sei der Zoo jedoch eine Nachzuchtstation für bedrohte Arten. Die von PETA veröffentlichten Videos zeigen die prekären Haltungsbedingungen, die völlig unangebracht sind für eine Einrichtung, die sich als Auffangstation betrachtet.
Bei mehreren Tieren wurden Verhaltensstörungen dokumentiert, etwa Kopfverdrehen bei einem Kapuzineraffen und stereotypes Laufen bei einer Zibetkatze und einer Tayra. Seriöse Auffangstationen betreiben außerdem keine Zucht, da die Kapazitäten begrenzt sind und keine weiteren Tiere ihr Leben in Gefangenschaft verbringen sollen. PETA setzt sich grundsätzlich für ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft ein, weil die artwidrigen Haltungsbedingungen Tierleid verursachen.
Zoos tragen weder zum Artenschutz noch zur Bildung bei, da Auswilderungen kaum stattfinden und das Publikum durch die Zurschaustellung von oftmals verhaltensgestörten Tieren nichts über deren natürliches Verhalten lernt. PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
Text und Bilder: PETA Stuttgart
