Birgit Ensminger-Busse zur Zukunft des Verkehrsvereines BME

Gastbeitrag von
Birgit Ensminger-Busse

Als Ortsvorsteherin liegen mir alle Themen am Herzen, so auch das in letzter Zeit und aus gegebenen Anlass viel diskutierte Thema „Zukunft des Verkehrsvereins in BME“. Der Verkehrsverein ist an einem Punkt angekommen, der zum Umdenken Anlass gibt. Aus diesem Grund findet am kommenden Wochenende ein Zukunftsworkshop um 10 Uhr in der Begegnungsstätte Café Vielfalt statt, zu dem interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. In Gesprächen mit Bürgern wird diese Offenheit des Verkehrsvereins sehr begrüßt.

Bisher vom Verkehrsverein Rheingrafenstein organisierte Veranstaltung drohen auszufallen.

U.a. gibt es jede Menge Fragen zu Finanzen, Festen und Strukturen, denn die „Gerüchteküche“ tut ihren Teil zu Informationsdefiziten dazu. Ich möchte daher etwas ausholen und meine persönlichen Gedanken zur Zukunft darlegen. Der Verkehrsverein im Stadtteil BME hat eine lange Tradition. Einstmals als Dienstleister für das Beherbergungs- und Gaststättengewerbe und Anbieter vieler Veranstaltungen zu Zeiten des blühenden und überregional anerkannten Kurwesens tätig, hat sich das Aufgabengebiet des Verkehrsvereins über die Zeit deutlich verändert.

Bedingt durch den Strukturwandel im Gesundheitswesen veränderte sich die ehemals selbständige Stadt und die Fusion mit Bad Kreuznach im Jahr 2014 ist eine der Folgen, mit denen der neue Stadtteil der Kreisstadt umgehen lernen muss. Und dies bekommt auch eine Institution wie der Verkehrsverein zu spüren u.a. durch das Wegbrechen einiger Betriebe gerät die finanzielle Grundlage ins Wanken. Erfolgreiche Veranstaltungen müssen ständig an veränderte Bedürfnisse und behördlichen Auflagen angepasst werden, die Arbeit für die ehrenamtlich Tätigen eigentlich nicht mehr zu stemmen.

Wichtig wird es zunächst sein, alle Veranstaltungen auf den Prüfstand zu stellen und was im Grunde genommen nicht mehr stemmbar sein wird, sind die großen Veranstaltungen bzw. Formate wie Mittelaltermarkt und Weihnachtsmarkt. Finanzielle Erwägungen und fehlenden personellen Kapazitäten sind die wesentlichen Faktoren. Welche Lösungsansätze könnte es geben: Die Zukunft hinsichtlich dieser großen Formate sehe ich insbesondere beim „erträglichen“ Weihnachtsmarkt durchaus auch in Händen professioneller Betreiber, denn sterben sollte der schöne romantische Weihnachtsmarkt nicht.

Und hier gibt es auch durchaus Interessensbekundungen. Allerdings bin ich der Meinung, dass ein transparentes Ausschreibungsverfahren erfolgen sollte mit Konzeptideen und nicht nur Bratwurstbuden und Glühweinständen. Die Ritterspiele finde ich großartig und sie sind ein Alleinstellungsmerkmal, aber der Mittelaltermarkt selbst, braucht ein neues Gewand. Das wird zunächst mal eine Herausforderung, möchte man unsere Nähe zu Burgen und Rittern nicht ganz aufgeben.

Für alle kleineren Formate, hier sind den Ideen der Teilnehmer keine Grenzen gesetzt, müsste sich eine auf Ehrenamt basierte Gruppe finden, die sich mit ihrem Stadtteil identifizieren und mit ihren Aktivitäten die Gemeinschaft im Stadtteil Bad Münster am Stein-Ebernburg beleben und stärken würde. Vielleicht gibt es neue zahlende Mitglieder und noch bestehende Vereine, die über Nachwuchs klagen, könnten darin aufgehen.

Statt eines mühsamen „nebeneinanderher“ könnte dieser Zusammenschluss entweder im neu strukturierten Verkehrsverein oder in einem neu zu gründenden Verein, der den Verkehrsverein ersetzt, aufgehen. Für die Sicherstellung des ganzen Bereichs der Tourismuswerbung wird die GuT als übergeordnete Institution zuständig sein, denn dieser Bereich überfordert die finanziellen und technischen Möglichkeiten des Verkehrsvereins. Wichtig ist, sich nicht an den Problemen der Vergangenheit festzuhängen, sondern die Darlegung des „Istzustandes“ sollte eine Grundlage für zukunftsfähige Veränderungen sein.

Birgit Ensminger-Busse ist die Ortsvorsteherin des Ortsbezirkes Bad Münster am Stein-Ebernburg