Große Erleichterung und Jubel in der MEWA ARENA: der 1. FSV Mainz 05 hat am gestrigen Dienstagabend (13.1.2026) erstmals seit Februar 2025 wieder ein Bundesliga-Heimspiel gewonnen. Der 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Heidenheim war hart erkämpft. Kapitän Silvan Widmer hatte sein Team in einer intensiven, aber chancenarmen ersten Hälfte nicht unverdient in Führung gebracht (30.). Im zweiten Durchgang bekamen die 24.500 Zuschauer Abstiegskampf pur zu sehen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem zunächst Nadiem Amiri das zweite Mainzer Tor gelang ( 49.). Und der dritte Treffer in der Luft lag.

Nach dem Heidenheimer Anschluss durch Stefan Schimmer (60.) waren die Gäste sogar dem Ausgleich nah, doch die Rheinhessen erarbeiteten sich mit Leidenschaft und etwas Glück das so lang ersehnte, wichtige und lautstark bejubelte Erfolgserlebnis. Mit zwölf Punkten klettert die Elf von Urs Fischer vorerst auf den 16. Tabellenplatz. Benedict Hollerbach, der beim 2:2 in Berlin sein erstes Bundesliga-Tor für den FSV erzielt hatte, konnte wegen eines grippalen Infekts nicht auflaufen. Für ihn begann Armindo Sieb im Angriff der 05ER. Ansonsten vertraute der Mainzer Cheftrainer Urs Fischer der Startelf, die bei Union in vielen Phasen der Partie überzeugend aufgetreten war.

Auf der Bank nahmen für Hollerbach und den ebenfalls erkrankten Nelson Weiper Ben Bobzien und Fabio Moreno Fell Platz. Das „wegweisende Spiel“, das Fischer im Vorfeld der Partie gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf angekündigt hatte, begann wie zu erwarten: intensiv, mit vielen Duellen am Boden und in der Luft. Mit dem Ball kreierten beide Mannschaften zunächst wenig brauchbares. Die beste Chance in der Anfangsphase hatte dann der FSV durch einen 30-Meter-Knaller von Niki Veratschnig, der Diant Ramaj zur ersten Flugeinlage zwang (8.). Auf der Gegenseite verzeichneten auch die Gäste in Person von Mikkel Kaufmann ihren ersten Schussversuch der Partie (11.).

Dieser geriet allerdings genauso ungefährlich wie im Anschluss ein Kopfball von Phillip Tietz. Der Neuzugang aus Augsburg war immer wieder das Ziel von langen Bällen in die Spitzen, der zweite Ball sollte allerdings noch zu selten bei seinen Mitspielern landen. Weil die Gäste nach vorne so gut wie nicht stattfanden, hinten aber kompakt standen und aus ihrem Ballbesitz nicht viel machten, entwickelte sich eine chancenarme Partie, in der Daniel Batz nach 25 Minuten erstmals die Hände an den Ball bekam. Marvin Pieringers Schuss war aber kein Problem für den 05-Torhüter (26.), der sich kurz danach bei der bis dato besten Heidenheimer Chance durch Benedikt Gimber deutlich mehr strecken musste.

Es brauchte den Mainzer Kapitän und einen Fehler des Heidenheimer Torhüters für die in dieser Phase überraschende Führung des FSV. Ramaj hatte einen Ball zu kurz geklärt, Jae-sung Lee nahm die Kugel in Strafraumnähe auf und leitete gedankenschnell weiter auf Widmer, der aus etwa sieben Metern per Direktabnahme einschießen konnte – 1:0 (30.). Nach dem Jubel folgte allerdings eine Hiobsbotschaft für die Gastgeber. Verletzungsbedingt musste Veratschnig den Platz verlassen, Kacper Potulski ging in die Innenverteidigung, Danny da Costa übernahm den Part des Österreichers auf der rechten Schiene (34.). Der Treffer gab den Gastgebern Auftrieb.

Zunächst verpasste Amiri denkbar knapp eine Lee-Hereingabe, kurz danach strich ein Tietz-Kopfball am linken Pfosten vorbei (36.). Bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski passierte nichts nennenswertes mehr, es blieb bei der insgesamt verdienten, aber knappen Führung für die 05ER in einem Spiel, das vor allem vom Kampf geprägt war. Besser als mit dem beruhigenden 2:0 durch Amiri hätte der zweite Durchgang für den FSV nicht starten können. Dabei profitierte der deutsche Nationalspieler vom kongenialen Zusammenspiel mit Tietz. Beim ersten Versuch war noch ein Heidenheimer Abwehrbein dazwischen.

In der nächsten Aktion vollendete Amiri den Doppelpass per Volley zum zweiten Mainzer Tor an diesem Abend (49.). Für den schwungvollen Start in die zweiten 45 Minuten hätten sich die Rheinhessen kurz danach fast mit dem dritten Tor belohnt. Beim Schuss von Sieb hatte Ramaj die Fäuste rechtzeitig oben. Auch der Volley von Widmer ging links vorbei (52./53.). Nach knapp einer Stunde war für Sieb Schluss, Paul Nebel kam in die nun deutlich unterhaltsamere Partie, die die Gäste aus dem Nichts wieder spannender machten. Der gerade eingewechselte Stefan Schimmer stand am rechten Pfosten genau richtig, nachdem Batz den Schuss von Arijon Ibrahimovic sehenswert gehalten hatte (60.).
Das 2:1 aus Sicht der 05ER brachte die Gäste zurück in die Partie. Der FCH hatte Chancen auf den Ausgleich, der FSV schwamm in dieser Phase. Erneut Ibrahimovic, Sirlord Conteh und Andreas Beck hatten den zweiten Heidenheimer Treffer auf dem Fuß (63./64./65.). Das Spiel wog nun hin und her, beide Teams agierten mit offenem Visier, Abstiegskampf pur in der MEWA ARENA. Die 05ER befreiten sich aus dieser wilden Phase der Partie und hatten in Person des engagierten Tietz die nächste Gelegenheit. Der Mainzer Angreifer war nach einem langen Schlag früher am Ball als Ramaj, setzte den Kopfball aber knapp über das Gästetor (79.).
In der Schlussphase erhöhten die Gäste nochmal den Druck und warfen alles nach vorne. Bei ihrem Torhüter und dem Querbalken konnten sich die 05ER in der 86. Minute bedanken. Der abgefälschte Schuss von Ibrahimovic landete knapp vor der Linie. In der fünfminütigen Nachspielzeit sollten Lennard Maloney und Arnaud Nordin mithelfen, die Führung über die Zeit zu bringen. Tietz und Amiri gingen dafür vom Platz. Es blieb bis zum Abpfiff nach fünfminütiger Nachspielzeit beim 2:1, mit dem die 05ER nach langer Zeit wieder einen Heimsieg und einen insgesamt wichtigen Erfolg mit ihren Fans feiern konnten.
Text und Bilder: FSV Mainz 05
