Ordnungsamt fährt wieder Verbrenner: E-Autos unzuverlässig

Unter dem eher dröge formulierten Beschlussvorschlag zur „überplanmässigen Bereitstellung von rund 40.000 Euro für die Deckung der bereitgestellten Mittel … im Bereich Verkehrsangelegenheiten“ entwickelte sich am gestrigen Montagabend (12.1.2026) im Finanzausschuss eine lebhafte Diskussion. Für die vor allem der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Rapp durch konsequentes Nachfragen sorgte. Sein Interesse konzentrierte sich vor allem auf den im vergangenen Jahr vorgenommenen Tausch der Dienstfahrzeuge des Ordnungsamtes.

2024 war der Vollzugsdienst der Stadt noch mit E-Autos unterwegs.

In der von Markus Schlosser unterschriebenen Beschlussvorlage war von der Verwaltung lediglich mitgeteilt worden, dass „im Jahr 2024 die alten Dienstfahrzeuge vermehrt in die Werkstatt“ gebracht werden mussten. Und die dadurch entstandenen Mietwagengebühren für Ersatzfahrzeuge erst 2025 bezahlt wurden, „da eine Prüfung des Rechtsamtes inklusive Einigung mit der Leasingfirma“ erfolgte. Erst auf die erste Rapp-Nachfrage legte der Ordnungsdezernent offen, dass es sich bei den Autos um „E-Fahrzeuge, die leider den Praxistest nicht bestanden haben“, gehandelt habe.

2025 wurde dann wieder auf Verbrenner umgerüstet.

Daher habe man sich früher als gewünscht von den Autos trennen müssen, ein Jahr vor Ablauf der Leasingverträge. Schlosser erklärte weiter: „jetzt haben wir wieder Benziner. Die laufen ohne Probleme. Fahrzeuge, die wir wieder im Einsatz haben und die funktionieren“. Damit gab sich Manfred Rapp nicht zufrieden: „wir sind im Zeitalter der Elektrifizierung“. Und bestand auf der Mitteilung des konkreten Grundes für die Einsatzverhinderung. Worauf Markus Schlosser mitteilte: „die Batterie hat das Problem bereitet“.

Die Fahrzeuge seien „permanent in die Werkstatt geschoben“ worden und hätten dort gestanden. Das Problem sei so diffizil gewesen, dass selbst die Werkstatt es nicht ohne weiteres herausgefunden habe. „Die Fahrzeuge waren im Praxisbetrieb nicht so einsetzbar, wie wir sie einsetzen müssen“, fasste Schlosser zusammen. Die Rapp-Nachfrage bezüglich der Marke beantwortete Schlosser nicht, um diese mit der Antwort „nicht zu beschädigen“.

Unverständnis zeigte Manfred Rapp auch mit dem Entscheidungsweg. Denn weder einer seiner Ausschüsse noch der Stadtrat selbst war in die Ersatzbeschaffung, insbesondere dem Wechsel auf Verbrennerantrieb, einbezogen. Diesen Vorhalt wies Markus Schlosser mit der Feststellung zurück, es habe sich um ein Geschäft der laufenden Verwaltung gehandelt. Mit einem bemerkenswerten Ergebnis stimmte der Finanzausschuss der Verwaltungsvorlage schließlich zu: 10 Jastimmen standen neun Enthaltungen gegenüber.