Die Tiere selbst bekommt man kaum zu sehen. Denn sie sind scheu und nachtaktiv. Spektakulär und augenfällig sind allerdings die Folgen ihrer Lebensweise im Landschaftsbild: gefällte Bäume und aus unzähligen Zweigen, Ästen und Stämmen zusammengestellte Burgen. Nachdem die seit vielen Jahrzehnten ersten Aktivitäten eines Bibers auf der Roseninsel vor gut zwei Jahren ein schnelles Ende fanden, raspelt sich seit wenigen Monaten mindestens ein fleißiges Exemplar auf der anderen Naheseite, vis-a-vis der crucenia thermen flussabwärts.

Ein gutes Dutzend Bäume, darunter auch einige mit Stammumfängen über 50 Zentimeter, wurden bibertypisch gefällt. Mit der sogenannten Sanduhrtechnik: auf mittlerer Nagehöhe wird der Stamm immer weiter verjüngt, bis der Baum fällt. Selbst einen Stamm mit 80 und mehr Zentimeter Umfang kann ein Biber in einer Nacht fällen. Wie schon bei der Roseninsel haben die Fällarbeiten des Bibers bei Passanten Sorgen ausgelöst. Etwa die, dass durch das Fällen der die Uferlinie gegen Abschwemmungen befestigenden Bäume die Nahe ihr Bett verbreitert.

Zuständig für den Schutz des Flusses ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD Nord) in Koblenz. Diese teilte auf tourismusbeitrag-so-nicht.de-Anfrage mit, dass diese Bedenken unbegründet sind: „die Fällungen stellen aus wasserwirtschaftlicher Sicht keine akute Gefahr für die Uferlinie dar. Es handelt es sich bei den gefällten Bäumen in der Regel um stockausschlagfähige Baumarten (Weiden, Schwarzerlen, etc.). Biber fällen die entsprechenden Bäume, die Wurzeln bleiben aber im Boden.
Diese Wurzeln befestigen die Ufer und durch den Biberfraß werden die Wurzeln nicht geschädigt. Die gefällten Bäume schlagen wieder aus und die uferbefestigende Wirkung bleibt erhalten“. Die durch Biber gefällten Bäume würden im Auftrag der SGD „von einem Fachunternehmer aus dem Gewässerbett entfernt, um ein Abtreiben zu verhindern“. Wobei das Entfernen der Bäume vom Wasserstand abhängig ist. Um fortlaufend einen Überblick über die Lage zu haben, werde das Naheufer im Stadtbereich regelmäßig begangen.
