Junge Menschen dort abholen, wo sie stehen, einen reibungslosen Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf unterstützen – das ist das Ziel der Jugendberufsagentur. Bereits 2015 wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Bundesagentur für Arbeit, dem Jobcenter und der Jugendhilfe des Landkreises und der Stadt Bad Kreuznach geschlossen, die die Zusammenarbeit als Jugendberufsagentur regelt. Im Jahr 2022 wurde diese um das Projekt JBA+ ergänzt. Es besteht aus zwei Projektsäulen, der Koordinierungsstelle und der Aufsuchenden Arbeit und trägt entscheidend dazu bei, dass junge Menschen Orientierung finden – vor allem bei intensiverem Unterstützungsbedarf.

Die JBA+ kann auch im kommenden Jahr ihr Engagement weiter fortsetzen: Der Europäische Sozialfonds Plus (ESF+) hat jetzt die Genehmigung für den vorzeitigen Projektbeginn erteilt. Über die Fortführung des Programms freuen sich Landrätin Bettina Dickes (CDU) und Erster Kreisbeigeordneter Oliver Kohl (SPD) „In einer Zeit, in der viele junge Menschen Hilfe bei der Orientierung brauchen, bietet die JBA+ durch ihren gemeinschaftlichen Ansatz eine sehr gute Unterstützung. Ich bin dankbar, dass hier alle Aktiven für die Jugendlichen an einem Strang ziehen – auch mit unkonventionellen Ideen überall im Landkreis.“
Das Angebot der JBA+ richtet sich an junge Menschen zwischen 15 und unter 25 Jahren aus der Stadt und dem Landkreis Bad Kreuznach, die individuelle Beratung und Begleitung beim Übergang von der Schule in den Beruf brauchen. Jugendliche, die auf etwas mehr Unterstützung angewiesen sind, bietet Alisa Nesselberger, die für die aufsuchende Arbeit im Projekt zuständig ist, eine individuelle, intensive Beratung und fungiert bei persönlichen Problemlagen als Vermittlerin. Hierfür nutzt sie ihr gutes Netzwerk und sucht die Jugendlichen direkt an ihren Lebenspunkten wie im Jugendtreff Kirn oder in der Mühle in Bad Kreuznach auf.
Zudem zeigen die Mitarbeiterinnen Präsenz auf Ausbildungsbörsen, um mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen und das Projekt bekannt zu machen. Die Koordinierungsstelle unter der Leitung von Frau Selina Krieg übernimmt die Steuerung und Abstimmung der Kooperation mit den Trägern der Jugendhilfe, den Schulen, dem Jobcenter, der Berufsberatung sowie mit weiteren ESF+-Projekten. Außerdem ist sie für die Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation der JBA-Veranstaltungen zuständig. Hierzu zählt unter anderem die monatliche offene Sprechstunde im Jugend- und Kooperationszentrum „Die Mühle“. Bei diesen Terminen ist häufig auch das mobile Fotostudio der JBA+ im Einsatz.
Das gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, kostenlos professionelle Bewerbungsfotos zu erhalten – ein Angebot, das großen Zuspruch findet. Zudem treibt Frau Krieg seit fast zwei Jahren die Vorbereitung einer zentralen Anlaufstelle der Jugendberufsagentur in der Innenstadt von Bad Kreuznach maßgeblich voran. Geplant ist, die beteiligten Institutionen künftig „unter einem Dach“ zu vereinen und dort neben Beratungsangeboten und Workshops auch einen Service Point mit festen Öffnungszeiten einzurichten. Der Landkreis Bad Kreuznach beabsichtigt, hierfür als Hauptmieter geeignete Räumlichkeiten anzumieten – ein Herzensprojekt der JBA+, das inzwischen konkrete Gestalt annimmt.
Die Bedeutung der JBA+ wächst: Aktuell hebt ein Referentenentwurf zum SGB II und III den Stellenwert der Jugendberufsagentur und insbesondere der Notwendigkeit einer Koordinierungsstelle hervor und empfiehlt deren gesetzliche Verankerung im SGB III. Gefördert wird das Projekt JBA+ durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus sowie durch das Jobcenter und den Landkreis Bad Kreuznach. Joey Isted, Geschäftsführer des Jobcenters Bad Kreuznach, betont:
„Ich bin sehr froh, dass wir als Jobcenter Bad Kreuznach mit der Förderzusage des Europäischen Sozialfonds Plus und der Kofinanzierung des Landkreises Bad Kreuznach dieses wichtige Angebot fortführen können.“ Edeltraut Nikodemus von der Agentur für Arbeit ergänzt: „Ich halte die Unterstützung der Jugendberufsagentur Plus für essentiell. Am Ausbildungsmarkt braucht es eine koordinierende und planende Hand, wenn regionale Akteure aus unterschiedlichen Rechts- und Fachgebieten gemeinsame, attraktive Angebote für Jugendliche schaffen möchten.
Für Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen ist die aufsuchende Beratung unverzichtbar.“ Ein Termin mit den Mitarbeiterinnen der JBA+ kann einfach per Anruf oder E-Mail vereinbart werden. Diese Treffen finden an einem für die Jugendlichen passenden Ort statt, sei es in der Schule, Zuhause oder in den Räumen des IB. Für spontane Anliegen bieten die Fachkräfte eine offene Sprechstunde an jedem letzten Donnerstag im Monat von 14 bis 16 Uhr im Jugend- und Kooperationszentrum „Die Mühle“ in Bad Kreuznach an. Kontaktdaten: selina.krieg@kreis-badkreuznach.de, Salinenstraße 47, 55543 Bad Kreuznach.
Text: Kreisverwaltung Bad Kreuznach
