Zum 1.1.2026 werden die Trinkwasserpreise im Versorgungsgebiet der Bad Kreuznacher Stadtwerke erhöht. Das besondere daran: während überall sonst im Land die Trinkwasserversorgung durch kommunale Zweckverbände und Gesellschaften sichergestellt wird und die Kund*Innen weitgehende Transparenzrechte haben, ist das in und um Bad Kreuznach anders. Hier erfolgte im Rahmen der Teilprivatisierung der früheren Städtischen Betriebs- und Verkehrsgesellschaft vor rund 30 Jahren statt einer Ausgliederung der Wassersparte deren Einbeziehung in den Stadtkonzern. Seit dem trägt die Wasserversorgung zur Gewinnausschüttung auch an die privaten Stadtwerkegesellschafter bei.

Ein profilierter Gegner dieser Konstellation war der frühere Stadtbeigeordnete Horst Pfeifer, der im August 2022 verstorben ist. Sein politisches Erbe haben u.a. Gerhard Merkelbach (Faire Liste), Wilhelm Zimmerlin und Gerd Cremer (beide BüFEP) angetreten. Seit Jahren weisen sie auf den Zusammenhang zwischen den Trinkwasserpreisen und den Gewinnausschüttungen der Stadtwerke hin. Gerd Cremer hat in diesem Zusammenhang sogar seine diesbezüglichen Zahlungen an die Stadtwerke gekürzt (tourismusbeitrag-so-nicht.de berichtete). Die Stadtwerke habe gestern in einer Presseerklärung ihre Sichtweise zur weiteren Trinkwasserpreiserhöhung mitgeteilt.
Die Presseerklärung der Stadtwerke vom 29.12.2025 im Wortlaut:
„Die Kreuznacher Stadtwerke erhöhen zum 1. Januar 2026 den Trinkwasserpreis. Steigender Zinsaufwand und höhere Abschreibungen (steigendes Investitionsvolumen), Personalkosten inkl. Tarifsteigerungen, Materialpreise und Kosten für Dienstleistungen steigen weiterhin an. Diese Kostenveränderung geben die Kreuznacher Stadtwerke in Form von Preisanpassungen an die Kunden weiter. Die Summe der Kostenveränderung im Vergleich zum Vorjahr ergibt die Steigerung der Preise von 2025 auf 2026.

Dabei wird vom Grundsatz her versucht, die relative Steigerung gleichmäßig auf die Grund- und Mengenpreise zu verteilen. Stetig investieren die Stadtwerke in das Versorgungsnetz, um es immer auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. Neben den normalen Wartungen werden Pumpen und Wasserleitungen erneuert, Brunnen regeneriert und Abwehrbrunnen im Industriegebiet betrieben, um das angrenzende Wasserschutzgebiet zu schützen. Das Trinkwassernetz der Kreuznacher Stadtwerke hat eine Länge von rund 492 Kilometern, in etwa von Bad Kreuznach nach München.

Aufgrund des Netzalters sind weitere Netzerneuerungen und Neubau von Leitungen geplant. Gemäß der Berechnung des Wasserverbrauchs der nächsten 30 Jahre steigt der Verbrauch in der Region, womit der Hochbehälter in Biebelsheim aus 1927 mit 70 Kubikmetern Fassungsvermögen zu klein wird. Derzeit wird deswegen eine Wasserleitung vorverlegt, um einen neuen Hochbehälter nach Fertigstellung ans Netz anzuschließen. Der neue Hochbehälter wird, voraussichtlich ab April 2026, neben dem alten gebaut und ist mit einem Fassungsvermögen von 300 Kubikmetern für den steigenden Wasserverbrauch gerüstet.“
