Armin Göckel erklärt den Kauzenberg zur böller- und feuerwerksfreien Zone

Diese Fakten sind schon lange bekannt: allein das Silvesterfeuerwerk liefert einen wesentlichen Anteil an der jährlichen Luftverschmutzung. So werden durch die Kracher und Raketen etwa 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Dies entspricht etwa 17 Prozent der insgesamt in einem Jahr durch den Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge. Das wissen die Menschen. Und machen es trotzdem. Auch die Tierwelt, in der Darstellung vieler Religionen handelt es sich dabei um Mitgeschöpfe, wird unfreiwillig in die Luftvergiftung einbezogen. Trotzdem fehlen klare bundes- und landesgesetzliche Regelungen zum Schutz der Natur vor der Knallerei an Silvester.

Die Stadtverwaltung Bad Kreuznach hätte, wie jede andere Kommunalverwaltung auch, Beschränkungen erlassen können. So ermöglicht das Sprengstoffrecht einer Stadt, Feuerwerk mit reiner Knallwirkung (= Böller, Kracher, Kanonenschläge und Co.) in „bestimmten dichtbesiedelten Gemeinden oder Teilen von Gemeinden“ zu verbieten. Ein ausdrückliches Feuerwerksverbot würde zusätzlich auch für Raketen gelten, um besonders feuergefährdete Gebäude, wie die Fachwerkhäuser in der historischen Neustadt und auf der Nahebrücke, zu schützen. Bad Kreuznachs Oberbürgermeister Emanuel Letz (FDP) hat diese Möglichkeiten nicht genutzt. Und es bei einem Appell belassen.

Aus diesem Grund ist Armin Göckel aktiv geworden. Der Pächter des Teetempelchens weist darauf hin, dass der Kauzenberg zum „Landschaftsschutzgebiet Nahetal“ gehört. Und fordert daher die Feuerwerks-Freunde auf, das Areal großflächig zu meiden. Einerseits, weil an den Hangflächen der mitten in die Stadt hineinreichenden Bergzunge erhebliche Brandgefahr besteht. Und vor allem, um die dort ansässigen Tiere zu schützen. Andererseits liest Armin Göckel § 3 der der Schutzzone zugrundeliegenden Rechtsverordnung so, dass die dort verbotene „Erzeugung von ruhestörendem Lärm“ auch das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk aller Art umfasst.

Und damit ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro ermöglicht. Daher hat Göckel Ordnungsdezernent Markus Schlosser aufgefordert, „sich nur auf Falschparker zu konzentrieren“, sondern gegen die Böllerei im Landschaftsschutzgebiet vorzugehen und dort „Bußgelder einzustreichen“, weil „die Tiere sich nicht wehren können“. An dem von ihm bewirtschafteten Teetempel wird Göckel rechtzeitig vor Silvester entsprechende Hinweise anbringen. Um zu vermeiden, dass beim Start ins neue Jahr 2026 der ein oder die andere ordnungsrechtlich ausrutscht. Bzw bei vorsätzlichem Fehlverhalten entsprechend hart bestraft werden kann.