Das ist im Stadtgebiet die einzige Veranstaltung dieser Art: der Bosenheimer „Zwische de Johre Treff“. Wie es zu der seit 19 Jahren stattfindenden Veranstaltung kam, zu der alle Einwohner*Innen des Stadtteils herzlich eingeladen sind, wird im unten verlinkten Beitrag aus dem Jahr 2023 erklärt. Bleibt die Frage, woher die Bezeichnung „Zwischen den Jahren“ kommt. Das wird viele überraschen: die ist wesentlich christlicher, als etwa der Weihnachtsmann. Zu Zeiten, in denen weder der Nikolaus noch der rot gekleidete Rauschebart-Mann noch das Christkind Geschenke brachten, war der Kalender nicht so eindeutig, wie heute. Der Weihnachtstag lag zwar weitgehend fest.

Aber wann das neue Jahr begann, war örtlich sehr unterschiedlich geregelt. Bis in den März hinein wurde der Neujahrstag gefeiert. In vielen Gemeinden galt der (heute als) 6.1. bekannte Dreikönigstag als Beginn des neuen Jahres. Im Mittelalter, in dem die Rechte der Menschen teils willkürlich von regionalen Despoten, räumlichen Bereichen („Burgfried“) und zeitlichen Rahmenbedingungen definiert waren, wurde daher die aus der Sicht des Kirchenjahres besondere Zeitspanne zwischen Weihnachts- und Neujahrfest als „Zwischen den Jahren“ benannt. Es war Papst Innozenz XII., der dem Ende des 16. Jahrhunderts ein Ende machte. Und den Jahresbeginn auf den 1.1. festlegte.
Was die Zeit „Zwischen den Jahren“ eng begrenzte. Trotzdem in den letzten 130 Jahren die Lebensrealität eigentlich die Bezeichnung „zwischen den Feiertagen“ nahelegen würde, hat sich die mittelalterliche Formulierung bewahrt. Um „die Gemeinschaft pflegen“ lädt Ortsvorsteher Markus Später zum diesjährigen Bosenheimer „Zwische de Johre Treff“. Der findet am morgigen Sonntag (28.12.2025) ab 16 Uhr auf dem Gelände Schützenvereines (Friedhofsweg neben der Grundschule) statt. In Rahmen dieser Veranstaltung erfolgt auch die Spendenbereitstellung für die von der Explosion im Mehrfamilienhaus Hackenheimer Straße betroffenen Mieter.
