Mainz schlägt Samsunspor 2 zu 0 und erreicht das Achtelfinale der Conference League

Dank eines über 90 Minuten fast durchweg abgeklärten Auftritts hat sich der 1. FSV Mainz 05 am gestrigen Donnerstagabend (18.12.2025) im Duell mit Samsunspor aus der Türkei souverän für das Achtelfinale der UEFA Conference League im März qualifiziert und den Aufwärtstrend nach zuletzt zwei Remis fortsetzen können. Die Treffer beim 2:0 (1:0) markierten Silvan Widmer kurz vor (44.) sowie Nadiem Amiri per Handelfmeter unmittelbar nach der Pause (48.). Damit beendet der FSV die Ligaphase mit der klasse Bilanz von 13 Punkten aus sechs Partien auf Rang sieben und erspart sich zwei Playoff-Duelle im Februar.

Sechs Veränderungen hatte der neue Trainer Urs Fischer gegenüber dem Remis bei den Bayern vorgenommen inmitten der letzte „englischen Woche“ des Jahres: so begannen Dominik Kohr, Silvan Widmer, Paul Nebel, Nadiem Amiri, Andreas Hanche-Olsen und Nelly Weiper für Stefan Bell, Sota Kawasaki, Lennard Maloney, Nikki Veratschnig, William Böving und Benedict Hollerbach. Während sich die Teams in den Anfangsminuten noch abtasteten und wenig auf ein Chancen-Feuerwerk hindeutete, erarbeiteten sich die Gastgeber nach zehn Minuten ein kleines Übergewicht. Die ersten beiden Gelegenheiten gehörten so auch dem FSV.

Bei denen gehörte Nadiem Amiri nach Überwindung seiner muskulären Problemen wieder zu den auffälligsten Akteuren. Zunächst landete der Ball über Weiper und Lee beim 05-Regisseur, dessen Schuss im Zentrum geblockt wurde (11.). Und nur drei Minuten später versuchte sich Amiri nach einem von Nebel herausgeholten Freistoß aus gut 20 Metern, scheiterte aber an Okan Kocuk im Gehäuse der Gäste (14.). Trotz mehr Ballbesitz und optischer Überlegenheit zeigte sich aber auch früh, dass mit den Türken, allen voran mit ihrer schnellen Offensive, immer zu rechnen sein würde. In der 24. Minute konterten die Gäste im Anschluss an eine abgewehrte FSV-Ecke.

Über den linken Flügel ging es über Anthony Musaba, der Danny da Costa hatte stehen lassen, schnell nach vorne. Die Flanke des Angreifers erreichte Carlo Holse, der aber freistehend aus zehn Metern am Reflex von Daniel Batz scheiterte. Kurios: Holse kam zum Nachschuss, traf dabei aber einen eigenen Mitspieler, der sich klar im Abseits befunden hatte. Es entwickelte sich ein unterhaltsamer und nun häufig offener Schlagabtausch, in dem der Bundesligist zwar nach wie vor näher an der Führung schien, aber stets wachsam bleiben musste. Nach einer halben Stunde war es Kapitän Widmer, dessen Schuss nach einer Flanke Amiris auf der Linie geklärt wurde.

Nur Sekunden später lenkte Kocuk einen abgefälschten Versuch Amiris um den Pfosten (30.). Langeweile kam in der ausverkauften Arena keine auf, man spürte, dass beiden Teams nur drei Zähler zum direkten Achtelfinaleinzug verhelfen würden. Nachdem die Kontrahenten sich in der Schlussphase von Durchgang eins dann eine kleine Verschnaufpause gegönnt hatten, sollten es die 05ER sein, die in Minute 44 eiskalt zuschlugen: Weiper ließ einen lange Ball per Kopf auf Lee abtropfen, der Südkoreaner schickte Widmer auf links, der in den Strafraum eindrang und mit einem entschlossenen Abschluss für die nicht unverdiente Mainzer Führung sorgte.

Diese sollte auch bis zur Pause bestand haben. Durchgang zwei – beide Teams hatten auf Wechsel verzichtet – begann mit einem Paukenschlag. Nach einer Ecke wollte Lee den Ball nochmal scharf machen, Rick van Drongelen riss die Arme hoch und wehrte die Hereingabe per Hand ab – klare Sache für den Unparteiischen Mohammed Al-emara aus Finnland, der sofort auf Elfmeter entschied. Die Chance ließ sich der stark aufspielende Amiri nicht entgehen und verwandelte sicher (48.). Die 05ER waren auf Kurs Achtelfinale und wollten daran auch keine Zweifel mehr aufkommen lassen. Kurz darauf hatten die Rheinhessen die endgültige Entscheidung auf dem Fuß:

Lee war auf links durchgebrochen und legte auf Amiri quer. Dessen Direktabnahme verfehlte jedoch das Gehäuse (50.). Nur vier Minuten später waren es dann die gleichen Protagonisten, die am dritten Treffer schnupperten: Amiri passte von der Strafraumgrenze per Lupfer auf Lee, der direkt abschloss, das 3:0 aber ebenso verpasste wie zuvor sein Vorlagengeber (54.). Danach war die Partie dann minutenlang unterbrochen, weil Zuschauer aus dem Gästebereich mehrfach Pyrotechnik in den Innenraum warfen. Ihrer Mannschaft halfen sie damit nicht, denn den Gästen fiel nach dem Seitenwechsel herzlich wenig ein, um das 05-Tor in Gefahr zu bringen.

Die nächste nennenswerte Aktion war so die Einwechslung von Hollerbach, der nach 69 Minuten für Weiper in die Partie kam. Neun Minuten später, der FSV hatte nach wie vor nichts anbrennen lassen, ersetzte Böving den starken 1:0-Torschützen Widmer (78.). In dieser Phase lag ein dritter Mainzer Treffer deutlich mehr in der Luft als ein türkischer Anschluss. Zumal die Gäste sich in ihr Schicksal ergeben zu haben schienen. Der FSV verwaltete und ließ rein gar nichts mehr anbrennen. In der Nachspielzeit kamen auch Maloney und Fabio Moreno Fell noch einmal Einsatzminuten.

Sie ersetzten Lee und Amiri. Hollerbach hätte nach einem schönen Konter über Moreno und Nebel wenig später noch nachlegen können, geriet aber in der 93. Minuten aus 15. Metern in Rücklage und verzog. Nach dem internationalen Erfolgserlebnis wartet auf die Mainzer in nur zwei Tagen, am kommenden Sonntag, die nächste, noch wichtigere Aufgabe. Dann kommen die Kiez-Kicker in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt. Und im Duell mit St. Pauli am Sonntagnachmittag (21.12.2025) um 15:30 Uhr in der MEWA ARENA sollen die nächsten drei Zähler in der Bundesliga eingefahren werden.

Quelle und Bilder: FSV Mainz 05